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Meinung
12/17/2021

Ob sich Omikron auch an den Weihnachtsfrieden hält?

Am Dienstag klärte der Gesundheitsminister über Omikron auf. Am Freitag scheinen die Horror-Meldungen vergessen.

von Raffaela Lindorfer

Wir befinden uns im zweiten Jahr der Pandemie, und auch das zweite Weihnachtsfest findet unter getrübter Freude statt: Die Omikron-Variante breitet sich in Europa aus, sie ist um ein Vielfaches ansteckender als die Delta-Variante und dürfte im Jänner zur fünften Welle führen. Nur der Drittstich scheint davor zu schützen. 

Aber es ist schließlich Weihnachten - also vergessen wir doch derlei Horror-Meldungen und freuen uns auf das Christkind. Passen wir halt ein bisserl auf. 

So ungefähr kommunizierten Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein und Familienministerin Susanne Raab (Gesundheit und Familie - man beachte die Symbolik) am Freitag die Verlängerung des Lockdowns für Ungeimpfte - mit großzügiger Ausnahme für 24., 25., 26. und 31. Dezember:

Bis zu zehn Ungeimpfte und damit Ungeschützte dürfen die Weihnachtsfeiertage miteinander verbringen, gemeinsam um den Christbaum sitzen und zu Silvester miteinander ins neue Jahr hineinfeiern. Die Sperrstunde in der Gastronomie fällt übrigens auch weg. Viel Spaß. 

Am Dienstag hat Mückstein noch mit Experten an seiner Seite großmächtig ausgeführt, wie gefährlich und unberechenbar die neue Virusmutante ist. Selbige Experten müssen sich heute, Freitag, gepflanzt fühlen. Und möglicherweise auch der frühere Kanzler Alexander Schallenberg, der den Ungeimpften in seiner kurzen Amtszeit noch "ungemütliche Weihnachten" gewünscht hatte. Der neue Kanzler Karl Nehammer aber will deeskalieren, er will ein Miteinander in der Gesellschaft. "Ungemütlich" bleibt es nur weiter in den Spitälern und auf den Intensivstationen des Landes.  

Möglich, dass Bundesländer wie Wien noch in gewohnter (und bewährter) Manier nachschärfen - etwa, indem zusätzlich eine Test-Pflicht verordnet wird. Nachzuprüfen, ob man am Heiligen Abend eh nicht gerade ein potenziell tödliches Virus in sich trägt, bevor man sich mit der Oma zusammenkuschelt, wäre wohl wirklich nicht zu viel verlangt. 

Um das Testen "bittet" Gesundheitsminister Mückstein am Freitag nur. Man solle "mit Bedacht feiern". Wie gut das mit der Eigenverantwortung funktioniert, hat ein großer Teil der Österreicher in den vergangenen zwei Jahren inklusive vier Lockdowns ja eindrucksvoll bewiesen. So eindrucksvoll, dass wir jetzt eine Impfpflicht bekommen. 

Bleibt zu hoffen, dass sich auch die Omikron-Mutante an den Weihnachtsfrieden hält. 

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