Meinung 29.11.2016

Mitgefühl ist angesagt

Die Menschen spenden. Weil sie die Not anderer betroffen macht. Weil sie sich solidarisch zeigen wollen mit den sozial Schwächeren in unserer Gesellschaft.

Julia Schrenk | über die vermeintlich schwindende Solidarität in Österreich

Seit Monaten versucht uns die Politik einzureden, dass die Solidarität in diesem Land schwindet. Dass die Menschen weder die Flüchtlinge, noch die Bettler auf den Straßen oder so manchen Mindestsicherungsbezieher unterstützen wollen. Aber diese Rechnung geht nicht auf. Für das Jahr 2016 erwartet der Fundraising Verband Austria wieder Spenden in der Höhe von 625 Millionen Euro. Schon 2015 – im viel zitieren Jahr der Flüchtlinge – lagen die Spenden der Österreicher auf diesem Rekordniveau.

Wofür die Menschen am meisten spendeten? Für Bettler. Für Obdachlose. Für schwerkranke Kinder. Für die Kirche. Für Tiere. Bei Naturkatastrophen im In- und Ausland. Sie kaufen Straßenzeitungen und runden beim Einkaufen auf. Sie spenden Zeit, Lebensmittel und Kleidung - auch für Flüchtlinge.

Und warum? Nicht nur, weil sie sicher sind, dass ihre Spende auch ankommt. Sondern weil Einzelschicksale die Menschen berühren. Weil sie die Not anderer betroffen macht. Weil sie Mitleid haben und sich solidarisch zeigen wollen mit den sozial Schwächeren in unserer Gesellschaft.

Mitgefühl ist angesagt. Auch wenn die Politik das nur ungern hört.

( kurier.at , jus ) Erstellt am 29.11.2016