Was man in Monaten mit "r" niemals tun sollte

Was man in Monaten mit "r" niemals tun sollte
Bauernregeln sind gut, die Lebensregeln von Omas aber universell ausweitbar
Anja Kröll

Anja Kröll

Wir präsentieren die Kategorie: Sätze, die einen von Kindesbeinen an begleiten. Heute: Wie sagte schon die Oma so schön. „In einem Monat, der ein „r“ im Namen hat, setzt du dich sicher nicht auf den Boden. Da kanns noch so warm sein. Da holt dich der Teufel!“

Gut, das mit dem Teufel hat man der Oma so jetzt nie geglaubt, aber das mit dem Bodensitzen von Jänner bis April und von September bis Jänner hat schon seine Berechtigung. Wobei man im Bergdorf maximal im September, Oktober und April an Bodengymnastik denkt. Davor ist der Boden weiß und in den Schnee setzt man sich ab einem gewissen Alter nur mehr unfreiwillig.

Was einem die Oma aber nicht mit auf den Weg gegeben hat, ist eine Regel für die Winterreifen. Weil jetzt, wo es selbst in den Bergen im März warm wird, hatte ich schon beinahe ein schlechtes Gewissen, dass ich Ende April noch immer keinen Termin in der Autowerkstätte für die Sommergarnitur vereinbart hatte.

Bis zu jenem Tag, als der Wetterbericht plötzlich 20 Zentimeter Neuschnee für April meldete. Belächelt wurde man von Kollegen aus dem Osten, denen man dies mitteilte.

Bis Niederösterreich das Verkehrschaos wegen Schneefalls im April ausrief. Wir beginnen hier aber nun keine Diskussion darüber, ab wie vielen Zentimetern weißer Pracht man von Schneechaos sprechen darf. Es hat geschneit, der Autofahrer wurde nervös. Reicht schon.

Also lege – oder wucht – ich die Bodensitzregel mit r einfach auf Winterreifen um. Und kommen Sie mir jetzt nicht mit dem Ende der situativen Winterreifenpflicht.

Die kannte die Oma nicht. Die hatte keinen Führerschein. Und die nützt einem auch rein gar nichts, wenn man ungebremst dahinschlittert.

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