Die perfekten X- und O-Beine

Die perfekten X- und O-Beine
Ob das Charlestontanzen zur Ekstase führt? Vielleicht. Derzeit führt es eher zu Verwirrung
Katharina Salzer

Katharina Salzer

Hä? Wie war das, bitte? Kick, Paddle, Paddle, Grundschritt. Oder umgekehrt? Am Montag heißt es wieder: auf zum Charlestontanzen oder besser Charlestontanzen lernen. Weil so ganz machen die Füße, Beine und Arme noch nicht das, was ihre Eigentümerin will. Aber warum eigentlich Charleston? „Warum nicht“, sagte eine Freundin und meldete sich zum Kurs an. Gut, warum nicht.

Das A und O. Die Anmeldung war leicht. Der Rest ist Übungssache. Das A und O ist das Verdrehen der Füße, sodass die Tänzer und Tänzerinnen abwechselnd O- und X-Beine haben. Dazu die Arme schwingen. Und los geht’s. Es macht Spaß. Auch wenn man ausschaut wie ein Zombie mit Koordinationsstörungen. Bei der Figur „Scarecrow“, Vogelscheuche, wird der Nach- aber schnell zum Vorteil. Beim „Cow Tail“, Kuhschwanz, schlägt das Pendel wieder in die andere Richtung aus.

Energie bitte. Der Tanz wurde von Afroamerikanern entwickelt. Später etablierte er sich als „weißer“ Gesellschaftstanz. In den 20er-Jahren galt der Charleston übrigens als provokativ und unsittlich. Frauen tanzten ihn in Zeiten der Prohibition alleine in den Speakeasy-Lokalen. „Der Torso zittert, dazu die Bewegungen der Hüften, Schenkel und Hinterbacken. Auch die Hände sind aktiv, sie berühren alle Teile des Körpers wie in Ekstase“, ist in einer historischen Tanzbeschreibung zu lesen. Hundert Jahre später im Tanzsaal bringt der Charleston jedenfalls Energie und Lebensfreude. Die Ekstase kommt vielleicht später.

Der Kick. Für die Freundin war die Alternative zum Charleston übrigens ein Boxtraining. Das nächste Mal dann, wenn der Tanz sitzt, und das wird sicher noch dauern.

Wie war das bitte? Zum Schluss der Kick. Ach so.

Die perfekten X- und O-Beine

Katharina Salzer

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