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Meinung
08/23/2019

Mehr Reiche braucht unser Land

Österreich ist ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Man kann es mit Leistung weit bringen.

von Wolfgang Unterhuber

Man kann es bis zum Millionär, wenn nicht sogar zum Milliardär schaffen. Siehe Dietrich Mateschitz (Red Bull), Johann Graf (Novomatic), Hans Peter Haselsteiner (Strabag).

In Österreich aber ist Leistung verdächtig. Man denke nur an die Erschütterung in der SPÖ, als Kanzler Alfred Gusenbauer von einer „solidarischen Hochleistungsgesellschaft“ sprach. Dazu gesellt sich der Grundreflex des Österreichers, Reiche als Ganoven einzustufen, die es sich richten können.

Wenn dann auch noch bekannt wird, dass eine Milliardenerbin wie Heidi Horten satte Spenden an eine Partei überwies, erreicht die Hysterie in den digitalen Wirtshäusern Facebook & Twitter den Siedepunkt. In einem Land, in dem man mittels Schwarzarbeit jährlich 24 Milliarden Euro (!) an „privater Wertschöpfung“ erzielt, entbehrt das nicht einer gewissen Ironie. Und solange Parteispenden transparent sind, ist dagegen ja wohl auch nichts einzuwenden.

Nein, Reiche müssen einem nicht sympathisch sein. Viele gelten oft sogar zu Recht als überheblich und protzig. Aber ist das nicht egal, solange sie über ihre Unternehmungen einen Beitrag leisten? Immerhin sorgen die „Oberen zehn Prozent“ für 45 Prozent des gesamten Lohnsteueraufkommens. Und oft genug treten sie auch als großzügige Mäzene für Kunst und Sozialprojekte auf.

Ein Land wird nicht besser, wenn es keine Reichen hat. Ein Land ist gut, wenn es die Möglichkeit bietet, aus eigener Kraft reich zu werden: Wie die beiden Gründer der Digital-Bank N26, Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal oder Runtastic-Gründer Florian Gschwandtner. In diesem Sinne: Mehr Reiche braucht unser Land.