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Der Kampf gegen die Inflation

Die Preise steigen seit Monaten wieder. Nach der Bundesregierung arbeitet nun die EZB an Maßnahmen dagegen. Mit hoffentlich größerer Wirkung.
Robert Kleedorfer
++ THEMENBILD ++ IRAN-KRIEG MACHT ÖL TEURER - ERDÖLPUMPE

Am Donnerstag wird die Europäische Zentralbank (EZB) mit allergrößter Wahrscheinlichkeit die Leitzinsen anheben. Denn höhere Zinsen sind ein wirksames Mittel, um Inflation einzudämmen. Diese steigt seit Beginn des Iran-Kriegs spürbar. Die höheren Ölpreise haben sofort durchgeschlagen. 

Österreichs Preissteigerungsrate liegt dabei wieder deutlich über dem Durchschnitt der Eurozone. Erneut sind inzwischen vor allem Dienstleistungen Preistreiber Nummer eins. Wie schon in den vergangenen Jahren sind in erster Linie Tourismus und Gastronomie dafür verantwortlich. Die Dienstleister verweisen auf höhere Energie- und Personalkosten. Droht die nächste Lohn-Preis-Spirale?

Die Verantwortlichen dürften jedoch aus den vergangenen Jahren gelernt haben. In vielen Branchen, aber auch bei den Pensionen, sind die Abschlüsse maßvoll. Es gibt aber auch nicht mehr so viel zum Verteilen.

Nicht allzu viel Hoffnung sollte in diverse Preisbremsen gelegt werden. Die Wirkung wird überschätzt. Beispiel Mietpreisbremse: Nicht die davon betroffenen Vermieter sind die, die überproportional von steigenden Wohnkosten profitieren. Sondern es sind die Gemeinden, die die Gebühren massiv nach oben schnalzen und damit auch den sozialen Bereich über Gebühr verteuern. 

Auch die vergünstigten Österreich-Tarife der Stromversorger dürften nur wenig Linderung bringen. Schließlich bieten alternative Anbieter schon seit längerer Zeit mindestens dasselbe Preisniveau.

Und die aus Sicht der Regierung große Errungenschaft, die Halbierung der Steuer auf einige ausgewählte Lebensmittel, wird das Kraut nicht fett machen. Zu beliebig stellt sich die Auswahl dar, und es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis die Ersparnis von einigen Cent je Produkt irgendwo zwischen Herstellern, Lieferanten und Handelsketten verloren geht. 

Die Gegenfinanzierung über die umstrittene Paketsteuer wird die Inflation wiederum befeuern, ebenso höhere Steuern Unternehmen und Immobilien betreffend. Unterm Strich droht damit, was die Inflation betrifft, in Österreich mehr oder weniger ein Nullsummenspiel. Da dürfte die EZB-Entscheidung schon größere Wirkung entfalten.

Allerdings: Höhere Leitzinsen verursachen auch höhere Zinszahlungen für Staatsanleihen. Angesichts der ausufernden Verschuldung muss die Republik immer mehr alleine nur dafür aufwenden. Und es wird nicht besser: Morningstar hat nun als letzte große Ratingagentur Österreich wegen der hohen Schuldenquote die Bestnote entzogen. Und da die Inflation in Europa nicht so bald wieder sinkt, wird es nicht bei einer Zinserhöhung bleiben. 

Die gute Nachricht dabei: Wer Geld zum Veranlagen übrig hat, erhält immerhin bald auch etwas mehr auf seinem Sparbuch.

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