Neue Zahlen: Inflation zieht im Mai weiter an
Die Inflation in Österreich ist im Mai laut Schnellschätzung auf 3,7 Prozent gestiegen.
Zusammenfassung
- Inflation in Österreich steigt im Mai laut Schnellschätzung auf 3,7 Prozent.
- Dienstleistungen bleiben stärkster Preistreiber, besonders Flugtickets.
- Lebensmittelpreise steigen langsamer, Energie teils günstiger.
Die Inflation in Österreich hat im Mai wieder zugelegt. Laut einer Schnellschätzung der Statistik Austria lag die Teuerungsrate bei 3,7 Prozent, nach 3,4 Prozent im April. Gegenüber dem Vormonat stieg das allgemeine Preisniveau um 0,1 Prozent.
- Als wichtigste Treiber gelten weiterhin Dienstleistungen. In diesem Bereich erhöhten sich die Preise im Jahresvergleich um 4,4 Prozent, nach 4,1 Prozent im April. Laut Generaldirektorin Manuela Lenk zählen sie damit nach wie vor zum stärksten Faktor der Teuerung. Zu den Preisanstiegen trugen unter anderem deutlich teurere Flugtickets bei.
- Auch bei Industriegütern zeigte sich ein stärkerer Anstieg: Die Preise legten um 1,4 Prozent zu, nachdem sie im Monat davor noch um 0,8 Prozent gestiegen waren.
- Bei Energie fiel der Inflationsdruck hingegen etwas geringer aus. Während sich Benzin moderat verteuerte, gingen die Preise für Diesel und Heizöl im Vergleich zum April zurück.
- Die Preise für Lebensmittel, Tabak und Alkohol stiegen im Jahresvergleich um 2,4 Prozent und damit weniger stark als im April mit 2,6 Prozent. Die sogenannte Kerninflation lag im Mai bei 3,3 Prozent.
Weitere Details, darunter der Indexstand für den Berichtsmonat, sollen am 17. Juni veröffentlicht werden.
Kocher: Anstiege liegen vor allem am Iran-Krieg
Für Nationalbank-Gouverneur Martin Kocher kam der Anstieg der Gesamtinflation im Mai erwartet. Er verwies auf die Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten. Die Unsicherheit rund um wichtige Transport- und Handelsrouten wirke sich auf die Energie- und Rohstoffmärkte aus und schlage sich in der weiteren Preisentwicklung nieder. "Insgesamt ist die Lage nicht vergleichbar mit 2022, wo die Inflation im Mai aufgrund stärkerer Nachfrage und anderer Faktoren noch viel höher war, aber dennoch herausfordernd", betonte Kocher in einer schriftlichen Stellungnahme. Österreich sei als kleine, offene Volkswirtschaft von internationalen Entwicklungen besonders betroffen.
Inflation im Euroraum soll wieder auf 2 Prozent sinken
Der EZB-Rat wird die neuen Daten bei seiner Sitzung in der kommenden Woche sorgfältig bewerten. "Unser Auftrag ist klar: Wir gewährleisten mittelfristig Preisstabilität und werden die Inflation im Euroraum auf 2 Prozent zurückführen", erklärte Kocher. Wenn die geopolitischen Spannungen anhalten und die globalen Energiepreise erhöht bleiben, werde das laut dem Notenbank-Chef in nächster Zeit eine geldpolitische Reaktion erforderlich machen. Der endgültige Indexstand des Verbraucherpreisindex (VPI) sowie weitere Detailergebnisse für Mai werden am 17. Juni von der Statistik Austria bekanntgegeben.
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