Das Gfrett mit den E-Autos
Sind E-Autos die Zukunft? Für China schon. Das Land prescht mit billigeren, reichweitenstärkeren Modellen – staatlich gestützt – vor. Bei deutschen Autobauern hingegen herrscht riesiger Katzenjammer: VW wird in den nächsten acht Jahren 100.000 Stellen in Deutschland abbauen, Porsche will (weitere) 4.000 Mitarbeiter kündigen. Auch die US-Konzerne General Motors, Ford und Stellantis haben Milliarden auf die Elektromobilität abgeschrieben und viele neue E-Modelle abgesagt, weil Trump ein „fossiler“ Präsident ist.
In der EU ist man einen Zick-Zack-Kurs gefahren: Obwohl die neuen Verbrenner deutlich „sauberer“ sind, wurde zuerst ein völlig unrealistisches Ziel bei der E-Mobilität angekündigt, um dann erwartbar wieder zurückzurudern – Gift für die Industrie. Die deutsche (und österreichische) Energiepolitik, auf das Prinzip Hoffnung zu stützen, war ideologiegetriebener Unfug. Immerhin kommt der E-Autoverkauf hierzulande nun in Fahrt – vor allem in Form von Dienstwagen, weil es einen Steuervorteil für die Fahrer gab. Ab 2027 wird dieser Vorteil aber halbiert. Auch da: hü, hott, keine Rechtssicherheit. Bei der Steuerlast pro Kfz ist Österreich übrigens unrühmlicher Vize-Europameister. Privat ist so ein E-Auto-Kauf wegen des unkalkulierbaren Gebrauchtwagenwerts nach wie vor ein Risiko. Und unpraktisch ist auch, dass alle Neuwagen u. a. dank der Batterien größer werden, obwohl der Platz für Autos in den Städten künstlich verknappt wird. Wobei es für E-Auto-Fahrer auch gute Nachrichten gibt: „Stromtanken“ ist in Österreich keine Hexerei mehr, und die Regierung hat dieser Tage einen weiteren Ausbau der E-Ladeinfrastruktur beschlossen. Wer keine langen Fahrten machen muss und vielleicht sogar daheim sein Auto mit der eigenen PV-Anlage aufladen kann (oder einen Anschluss in der Firmengarage hat), spart Geld und Nerven.
Und jetzt die schlechten Nachrichten: So viel Intransparenz und oft auch Unbequemlichkeit wie bei E-Ladestellen würde die Benutzer fossiler Tankstellen umgehend zu Wutbürgern machen. Warum gibt es hier so wenig aussagekräftige Preisinformation? Und warum sorgen die Bürgermeister nicht für Schnell-Ladestationen in ihren leider verödenden Ortszentren? E-Auto-Fahrer würden während der Wartezeit für ein Umsatzplus sorgen.
Aber das sind nur Kinderkrankheiten im Vergleich zu den Problemen, die europäische Autobauer lösen müssen. Schaffen sie es nicht, zieht das die gesamte Industrie runter. Österreich ist massiv betroffen. Aufblühende andere Industriezweige sind derzeit nicht wirklich in Sicht. Und wenn, werden sie in Österreich von Linkspopulisten blockiert. Daher können wir bisher nicht von der boomenden Rüstungsindustrie profitieren.
KURIER-Herausgeberin Martina Salomon
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