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03.12.2016

Wo sind die Jobs für 55plus?

Die Regierung hat ein wirksames Bonus-Malus-System vergeigt

Dr. Anita Staudacher | zur Altersarbeitslosigkeit

Hurra, die Beschäftigung bei den Älteren steigt. Die Wirtschaftskammer verkauft die banale Tatsache, dass wir alle älter werden, neuerdings gerne als Rekrutierungserfolg der Unternehmen. Schön wär’s. Nur – wo sind die Betriebe, die gerne Personal jenseits der 50 einstellen?

Dank der Alterspyramide haben wir mehr über 50-Jährige auf dem Arbeitsmarkt, bis 2020 wird sogar jeder Dritte im erwerbsfähigen Alter dieser Gruppe angehören. Und auch wenn es durchaus Neueinstellungen gibt: Stärker als die Beschäftigung steigt die Arbeitslosigkeit. Sie hat sich seit 2008 mehr als verdoppelt. Noch schlimmer: Die Langzeitarbeitslosigkeit festigt sich, die Re-Integration wird dadurch immer schwieriger – und wesentlich teurer.

Und die Regierung? Zerstritten wie sie ist, vergeigte sie ein wirksames, aber faires Bonus-Malus-System. Sie ließ die Sozialpartner gewähren, die ein Mäuslein geboren haben, das schon vor Inkrafttreten 2018 (warum so spät?) wieder wackelt. Das AMS versucht mit Eingliederungsbeihilfen gegenzusteuern, die Nachfrage der Betriebe ist jedoch gering. Wenn Lohnsubventionen allein nicht helfen, müssen eben neue Maßnahmen her: Eine Staffelung der Lohnnebenkosten je nach Alter etwa oder mehr Überbrückungsjobs bei sozialökonomischen Betrieben. Worauf noch warten?

Hier geht's zum Artikel über Altersarbeitslosigkeit und Bonus-Malus-System.