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11.02.2018

Währungspolitik "made by Trump"

Wie weit sich die US-Notenbank Fed vor den politischen Karren spannen lässt, wird sich bald zeigen.

Die 'Amerika-zuerst'-Politik von Trump erfordert geradezu eine unterwürfige Notenbank.

Dr. Anita Staudacher | über die Gefahr eines Währungskrieges

Verliert die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ihre Unabhängigkeit und hängt bald am Gängelband der US-Regierung? Die Warnungen von Notenbank-Chef Ewald Nowotny vor einer US-Währungspolitik „made by Trump“ - Artikel siehe unten - sind berechtigt.

Mit den Worten „der starke Dollar killt uns“ kritisierte Trump schon im Wahlkampf die Zinspolitik der Fed scharf. Seit er Präsident ist, beweist er bei seinen Postenbesetzungen immer wieder, dass ihm persönliche Loyalität wichtiger ist als der Ruf von ehrwürdigen Institutionen. Warum sollte das bei der Bestellung von Jerome Powell zum mächtigen Notenbank-Chef und den anderen noch zu vergebenen Fed-Posten anders sein?

Trumps Amerika zuerst“-Politik erfordert geradezu eine unterwürfige Notenbank, die für die nötigen Rahmenbedingungen sorgt. Die milliardenschweren Steuerzuckerln für US-Konzerne blähen die Staatsschulden weiter auf. Um hier gegenzusteuern, braucht es mehr Steuereinnahmen von einer zum Wachstum verdammten US-Wirtschaft. Im Inland allein ist das nicht zu stemmen, weshalb ein niedriger Dollar-Kurs die Exportwirtschaft stützen muss. Will Trump Jobs in die USA zurückholen, braucht es ebenfalls eine schwache Währung.

Dass die USA mit dem Dollar Politik machen, ist nicht neu, unter dem unberechenbaren Trump ist die Vorstellung aber beängstigend. Politischer Einfluss auf die Wechselkurse sei immer negativ, meint Nowotny.

Ob sich Powell und die übrigen Notenbanker vor den politischen Karren spannen lassen, wird sich schon in den nächsten Monaten zeigen. Dann werden wichtige Weichen in der Zinspolitik erwartet. Die Finanzwelt hält inzwischen den Atem an.