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04/02/2021

Spaßbefreit

Die Unterstellung, Franco Fodas Mannschaft spiele genau so, wie er sich gibt, ist nicht ganz von der Hand zu weisen.

von Bernhard Hanisch

Nationalmannschaften, die sich um die Qualifikation für die Weltmeisterschaft im Winter 2022 bemühen, kommen zehn Jahre nach der Vergabe dahinter, dass Menschenrechte im Veranstalterland Katar mit Füßen getreten werden. Plakativ wird protestiert, Diskussionen über einen Boykott brodeln vor sich hin, und danach werden sich die Teilnehmer in ihren jeweiligen Ländern rechtfertigen müssen, warum sie nicht doch auf den Wüsten-Kick verzichten.

Und wie ziehen sich die Österreicher aus der Affäre? Mit einem vorausschauenden, gefinkelt eleganten, also typisch österreichischen Schachzug: Vergeigt wird schlicht und einfach die Teilnahmeberechtigung. Der geübte Zyniker hat ihn sofort entdeckt, den wahrscheinlich einzigen positiven Nebeneffekt einer überaus holprigen, fast in die Aussichtslosigkeit geratenen WM-Qualifikation.

Der Haken an der Sache: Die Dänen haben Österreichs Nationalteam etwas mehr als zwei Monate vor Beginn der Europameisterschaft in die sportliche Ungewissheit geschubst, die erwartungsfrohe, in Pandemie-Zeiten besonders unterhaltungsbedürftige Fangemeinde gleich hinterher.

Aber es war nicht nur die Viertelstunde, die es brauchte, um in die zählbare Niedergeschlagenheit zu rutschen. Schon seit längerer Zeit hat man den Eindruck, das Nationalteam habe sich in eine spaßbefreite, von jeder Euphorie entrückte, auf das sterile Ergebnis ausgerichtete Zweckgemeinschaft reduziert. Da taucht der Teamchef auf, Franco Foda, mit ihm die Unterstellung, seine Mannschaft spiele genau so, wie er sich gibt. Der Meister der Plattitüde hat immer auf das Argument der Resultate gepocht, wird verdächtigt, den eigenen Ehrgeiz vor die Begeisterung seiner Spieler zu reihen.

Ein Teamchef muss Trainer der Spieler sein, aber im richtigen Augenblick auch Betreuer der Fans. Eine Spur von Entertainer – das ist Fodas Sache nicht. Und das macht es schwieriger, doch an bessere Zeiten zu glauben und sich gemeinsam darauf zu freuen.

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