über Umweltschutz
07/13/2013

Unterm „Öko-Pickerl“ klebt oft ganz schön viel Dreck

Bauernförderung, Biomasse, Windkraft: Darf man das auch mal hinterfragen?

von Martina Salomon

Viel zu oft wird mit „öko“ Schindluder getrieben.

Dr. Martina Salomon | über Umweltschutz

Juhu, wir sind Umweltmusterland: von der sauberen Wasserkraft bis zu den wackeren Öko-Bauern alles in Bio-Butter, oder? Nicht ganz. Viel zu oft wird mit „öko“ Schindluder getrieben und leichtfertig viel Geld mit kaum nachvollziehbarem Nutzen ausgegeben.

Ein grelles Schlaglicht darauf wirft der Rechnungshof in einem neuen Bericht. Darin ging es um das 3,6 Milliarden (!) schwere Agrarumweltprogramm ÖPUL. Weder wird es ordentlich auf seine Wirksamkeit überprüft, noch scherte man sich in der Vergangenheit sonderlich um die Betriebsgrößen – Großbauern hätten weniger Förderung bekommen sollen. Und als das Land Niederösterreich die Mitfinanzierung großzügig verdreifachte, wurde damit nicht einmal der Landtag befasst. Wer profitiert und wer zahlt?

Das Landwirtschaftsministerium versicherte eilig, dass Österreich mit 20 Prozent ökologisch bewirtschafteter Flächen europaweit Vorreiter ist. Na und? Müssten es bei diesem prallen Füllhorn nicht 90 Prozent sein? Und müsste nicht längst auch das gentechnikfreie „Donausoja“, das alle Landwirtschaftsbürokraten so gerne erwähnen, in großer Menge wachsen?

Wind braucht Gaskraft

Bei der propagierten „Energiewende“ ist es nicht anders. Da ist über Österreich und noch mehr über Deutschland nun Katzenjammer hereingebrochen. Die erneuerbaren (Solar-)Energien werden mit maximalen Förderungen überschüttet, riesige Landstriche mit immer noch mehr Windrädern verschandelt

Weil der Wind aber nicht immer weht und es gelegentlich auch finster ist, braucht man zur Versorgungssicherheit auch Gaskraftwerke. Doch diese „unökologischen“ Kraftwerke rechnen sich neuerdings nicht mehr und werden daher abgedreht. Das Ganze könnte durchaus „planwirtschaftliche“ Folgen haben. Wer „öko“ fördert, wird auch das Verheizen von Gas und Kohle unterstützen müssen. Die alten Kohlekraft-„Dreckschleudern“ arbeiten nämlich zumindest in Deutschland wieder auf Hochtouren.

Worüber man auch nicht gern spricht: Solarpaneele haben einen ganz miserablen ökologischen Fußabdruck, wenn man auch ihre (kräftig Treibhausgase emittierende) Herstellung mitrechnet.

Nicht zuletzt hat der Biomasse-Boom den Holzpreis für die Papierproduktion kräftig erhöht. Ist das gescheit? Abgesehen davon ist die -Freisetzung überall ein Thema nur nicht dann, wenn man – wie in diesem Fall – Holz verbrennt.

Der Konsument zahlt

Den Strompreis für den Konsumenten hat der Förderwahnsinn übrigens nicht billiger, sondern vielfach teurer gemacht. Ein „Desaster“, meint der Chef der oberösterreichischen Energie AG, Leo Windtner, im KURIER-Interview. Wie recht er hat!

Natürlich ist es lächerlich, „öko“ prinzipiell zu verteufeln: großartig, wenn sich Österreich zum Vorreiter der „green technology“ macht. Doch dabei sollte man nicht ganz vergessen: „Öko“ hat auch seinen Preis. Manchmal ist er definitiv zu hoch.

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