über Batterieproduktionsstätten für Elektroautos
02/26/2015

Gegen den Strom

Warum Bürgerinitiativen lieber für eine saubere Produktion als für das Verhindern neuer Arbeitsplätze kämpfen sollten.

von Maria Brandl

Das Motto "Aus den Augen, aus dem Sinn" ist keine Basis für eine florierende Wirtschaft

Maria Brandl | über Batterieproduktionsstätten für Elektroautos

Und wieder ist ein Versuch eines "europäischen" Produktionswerks für automobile Lithium-Batterien zu Ende. Magna verkauft seine Batteriefabrik bei Graz, mit hohem Aufwand in den vergangenen Jahren aufgezogen, an den koreanischen Konzern Samsung. Damit reiht sich Magna in die Reihe von Bosch, Daimler & Co., die mit großen Ambitionen starteten und inzwischen den Vorsprung von Fernost eingestehen mussten.

Wie sich Europa selbst das Wasser abgräbt, zeigt ein aktuelles Beispiel: Der Familienbetrieb Banner will in der Nähe von Linz, also in Österreich, seine Produktion ausweiten. Doch nun formieren sich Bürgerinitiativen, die um ihre gute Luft fürchten. Diese Dynamik hat in den vergangenen Jahrzehnten dazu geführt, dass viele Batteriewerke nach Fernost verlagert wurden, damit aber auch die Jobs – und das Fachwissen. Und nicht zuletzt die Möglichkeit der Kontrolle einer "sauberen" Produktion, die wir hier in Europa haben. Als vor Jahren Europas Autoindustrie befand, dass man sich am Hybrid- und E-Autoboom beteiligen und dafür eigene, europäische Batterien bauen wollte, kam der Schock: In ganz Europa gab es keine einzige universitäre Ausbildung mehr für Batterieentwickler. Inzwischen versucht man das zu ändern, aber der Wissensvorsprung der Asiaten scheint unaufholbar. Ähnliches droht bei Brennstoffzellen.

Bürgerbeteiligung ist wichtig und eine saubere Produktion sollte selbstverständlich sein. Aber das Motto "Aus den Augen, aus dem Sinn" ist keine Basis für eine florierende Wirtschaft.

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