über Weihnachten
12/24/2014

Nicht immer einen "Bam aufstelln"

Ein frommer Wunsch: Einiges von der Weihnachtsstimmung in die nächsten Wochen mitnehmen.

von Gert Korentschnig

Im "Bam aufstelln" sind die Österreicher (Förderalismus-) Weltmeister

Gert Korentschnig | über Weihnachten

"Der Christbaum vuan Rathaus kummt jeds Jahr aus an anderen Bundesland. Weil die Freund in die Bundesländer denen in Wean gern von Zeit zu Zeit an Bam aufstelln." Trude Marzik

Na ja, ganz präzise trifft der Spruch der wunderbaren Lyrikerin aus Wien heuer nicht zu, weil der Christbaum auf dem Rathausplatz diesmal aus Südtirol kommt. Die Fichte vor Schloss Schönbrunn, die wurde aber in Oberösterreich geschlägert, und schon ist wieder alles beim Alten. Gerade im Wahljahr 2015, in dem jeder zweite Österreicher seine Stimme für eine Körperschaft abgeben soll. Jeder gegen jeden, jeder nur für sich, alle gegen Wien, Wien gegen alle – und überhaupt die wenigsten für irgendetwas. Im "Bam aufstelln" sind die Österreicher (Förderalismus-)Weltmeister.

Nun ist der heutige Tag, der Heilige Abend, das schönste Fest des Christentums, geradezu eine Verpflichtung zum Innehalten. Menschen wünschen einander Glück und Frieden, die einander sonst bestenfalls lustvoll ignorieren. Daheim, vor dem Baum, wird Familienidylle zelebriert. Verdienstvolle Persönlichkeiten, wie in dieser Ausgabe der Wiener Kardinal Christoph Schönborn oder Dompfarrer Toni Faber, äußern Kluges zum Fest. Wir denken an jene, denen es nicht so gut geht und sind hoffentlich auch bereit, ihnen etwas zu geben. Und wenn alle Geschenke ausgepackt sind, gehen wir wieder zur Tagesordnung über, stecken die Weihnachtsmilde neben den neuen Socken in die Lade und konzentrieren uns aufs brutale Tagesgeschäft.

Dabei vergessen wir gerne, dass der Weihnachtsbaum bis 2. Februar, bis Mariä Lichtmess, stehen bleiben kann und wir also eine Zeit lang gar keinen neuen "Bam aufstelln" müssten. Gesegnete Weihnachten!

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