über den Heeresminister
10/02/2014

Gerald Klug droht ein Darabos-Schicksal

Vor 18 Monaten startete er als "Mr. Rambo". Heute ist der Heeresminister bald ein Fall für den Schleudersitz.

von Josef Votzi

Gerald Klug droht ein Darabos-Schicksal

Josef Votzi | über den Heeresminister

Sein Vorgänger räumte nach der verlorenen Wehrpflicht-Abstimmung im Frühjahr 2013 gerne das Feld. Als Ex-Zivildiener hatte Norbert Darabos von Anfang an einen schweren Stand bei der Truppe. Dass er als SPÖ-Wahlkampfmanager gegen neue Abfangjäger wetterte, sie als Heeresminister aber willkommen heißen musste, kostete ihn zusätzlich Autorität. Am Anfang war so großes Aufatmen ob der Marscherleichterung in- und außerhalb des Heeres spürbar. Der bis dahin unbekannte SPÖ-Bundesrat Gerald Klug schoss als neuer Heereschef in den Beliebtheits-Rankings binnen Kurzem von null durch die Decke. Nach dem sichtbar sensiblen Burgenländer mimte der Steirer den Rambo; inszenierte sich als nimmermüder Freund der Truppe; versprach einen attraktiveren Wehrdienst, von dem mehr in Erinnerung bleibt als verrottende Kasernen.

Jetzt droht auch Klug ein Darabos-Schicksal. Hohe Militärs proklamieren öffentlich: Das Heer ist praktisch bankrott; vom Sprit fürs Ausrücken zur Katastrophenhilfe bis zum ansteckenden Spirit im Kader fehlt es an allen Ecken und Enden. Die Abfangjäger müssen mangels Budget nicht nur immer öfter am Boden bleiben. Jetzt werden auch noch schwere technische Mängel ruchbar. In Deutschland gab die Ministerin sofort eine Alarmmeldung an den Bundestag ab. In Österreich ließ der Minister ohne jeden ironischen Unterton verlauten: Der Mangel wird "unter Beibehaltung der derzeitigen Flugstunden erst in 15 Jahren zu Folgen am Flugzeug führen". Danke Eurofighter! Dank der laufenden Pannenserie ist die eben entdeckte Panne eigentlich ein Glücksfall. Gerald Klug wird lange davor nicht mehr Minister sein. An seinem ruhmlosen Abgang arbeitet er intensiver denn je.

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