über Schulpolitik
09/11/2014

Die Schule lernt jetzt, wie sie besser lernt

Schön langsam begreifen alle Beteiligten, dass man nicht in 50-Minuten-Einheiten am besten lernt.

von Helmut Brandstätter

Wer in dieser Situation noch um Kompetenzen streitet, anstatt die Ausbildung zu verbessern, gehört schnell abgewählt.

Dr. Helmut Brandstätter | über Schulpolitik

Gestern hat die Redaktionskonferenz etwas länger gedauert. Wir suchten eine Schlagzeile mit dem Thema "Schule", das stand bald fest. Aber was ist wichtiger? Dass endlich Reformen in Gang kommen – oder dass Eltern ins Gefängnis gehen, weil sie ihre Kinder nicht am Schuleschwänzen hindern?

Es ist traurig, wenn Eltern so dumm sind und sich nicht um die bestmögliche Ausbildung ihrer Kinder sorgen. Ob sie durch ein paar Tage im Gefängnis gescheiter werden? Wahrscheinlich nicht.

Aber es ist ein Skandal, dass unzählige Regierungen in Bund und Ländern seit Jahrzehnten sinnlose Schuldebatten führen und dabei die Zukunft unserer Kinder im globalen Wettbewerb gefährden. Endlich tut sich etwas, schön langsam halt. Dabei ist es keine neue Erkenntnis, dass das starre Stundenschema das Lernen in Gruppen und Projekten erschwert. Und jetzt braucht man ein Verfassungsgesetz und Gespräche mit den Ländern, um den Unsinn abzuschaffen. Aber immerhin.

Die kleinen Verbesserungen im Schulsystem sind unter anderem auf Vorschläge von Andreas Salcher zurückzuführen. Dass Salcher den neuen ÖVP-Chef Mitterlehner berät, wurde von der schwarzen Lehrergewerkschaft mit viel Häme kommentiert. Salcher sei kein Experte. Aber kann nur Experte sein, wer sein ganzes Leben in Klassenzimmern verbracht hat?

Wer in diesen Tagen in Betriebe geht, hört überall dasselbe Lied: Egal, ob junge Leute nur die Pflichtschule absolviert haben, Matura oder ein Studium haben – viele sind nicht für das Berufsleben vorbereitet. Wer in dieser Situation noch um Kompetenzen streitet, anstatt die Ausbildung zu verbessern, gehört schnell abgewählt.

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