Klare Ansagen wären fein

Die Schule ist ständig mit Kurswechseln konfrontiert. So wird sie garantiert nicht besser.

Jahrzehntelang kannte das österreichische Bildungswesen keine zentralen Tests. Bis 2000, als die OECD uns PISA bescherte. Nach einer kurzen Schockstarre reagierten Bildungsverantwortliche auf das eher bescheidene Abschneiden der österreichischen Schüler. Durch zentrale Tests – so die Hoffnung – könne man die Schüler und Lehrer zu höherer Leistung anspornen.

So kam es, dass plötzlich die Beamten im Bildungsministerium und in den Landesschulräten ihre Lust am Entwerfen zentraler Tests entdeckten. Die Schüler mussten sich immer häufiger standardisierten Prüfungen unterziehen. Ein Wiener Hauptschullehrer zählte einmal 17 (!) Tests auf, die seine Schüler machen sollten – angefangen vom Wiener Lesetest bis hin zu PISA, Bildungsstandards und informellen Kompetenzmessungen reichte die Palette. Das war zu viel des Guten. Die Schüler übten nur noch, wie man Tests möglichst gut übersteht.

Doch der Weg von Ministerin Heinisch-Hosek, alle zentralen Tests abrupt auszusetzen, ist überstürzt und wenig durchdacht. So bringt sie Unruhe in die Schulen – Schüler und Lehrer sind verunsichert. Diese wissen jetzt erst recht nicht, woran sie sind.

Heinisch-Hosek hat sich selbst eine Nachdenkpause verordnet. Keine schlechte Idee, ein paar Anregungen dazu: wie wär’s mit einer verbesserten Lehreraus- und fortbildung sowie einer funktionierenden Schulaufsicht?

(kurier) Erstellt am
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