über die FP-Politik
03/14/2013

Die Sesselkleber und Bonzen tragen blau

Da hilft auch täglich eine neue Krisensitzung nicht: Straches Kärntner Parteifreunde schauen uralt aus.

von Josef Votzi

Heinz-Christian Strache würde ab sofort nicht müde, „Pfui, Sesselkleber“ zu trompeten.

Josef Votzi | über die FP-Politik

Als FPK-Chef und Landtagsabgeordneter nahm Kurt Scheuch noch am Abend des Kärntner Wahldesasters den Hut. Nun soll er als blauer Bundesrat wiederkehren. Gleiches Einkommen, gemütlichere Baustelle – Heinz-Christian Strache würde ab sofort nicht müde, „Pfui, Sesselkleber“ zu trompeten, trüge Kurt Scheuch rot oder schwarz statt blau.

Gerhard Dörfler denkt erst gar nicht daran, zurückzutreten. Der mit Bomben und Granaten abgewählte FPK-Landeshauptmann sagt im KURIER-Interview: „Es bleibt dabei: Ich bleibe.“ Straches Schlachtruf für die Dörflers aller anderen Parteifarben liegt abrufbar im FPÖ-Fundus: „Pfui, Polit-Bonze“. Und der vorgeblich einzige unbelastete FPK-Mann, Christian Ragger, der den blauen Saustall im Süden als neuer Chef ausmisten soll, hat nun selber ein Strafverfahren am Hals.

Da helfen auch Straches tägliche Ankündigung eines Neustarts und blaue Krisensitzungen am laufenden Band nichts. Der blaue EU-Mandatar Andreas Mölzer nennt als Einziger die Krux der Blauen beim Namen: „Der Frust der Leute über das etablierte Parteiensystem ist so groß, viele zählen uns schon dazu.“

Haiders Erben im blauen Robin-Hood-Kostüm sind als hemmungslose Apparatschiks entzaubert – und schauen noch älter aus als die sogenannten „Altparteien“. Nach dem Motto „Rette sich, wer kann“ könnte sich jetzt das blaue Lager nach FPÖ, BZÖ, FPK auch noch in ein „Team Dörfler“ aufspalten (siehe Seite 3). Die Wähler-Karawane zieht derweil weiter und macht kurz halt bei Stronach – frei nach dem Motto: Ein Milliardär sollte es nicht notwendig haben, in die Steuerzahler-Kassa zu greifen. Ob das auch für seine Mitstreiter um Mandate zutrifft? Die Mehrheit hat als Blaue begonnen.

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