Börsenboom und keiner geht hin – noch

New York und Frankfurt auf Rekordjagd. Weil es trotz Krisen derzeit keine Alternative zu Aktien gibt.

Ob in der Eurozone, in den USA oder Japan – überall sind die Zinsen auf Rekordtief.

Christine Klafl | über Aktien und Staatsschulden

Die als Heuschrecken verrufenen Hedgefonds haben die Beute längst entdeckt. Sie haben den Aktienanteil ihrer Veranlagung auf den höchsten Stand seit 2006 hochgefahren. Große Versicherer und Pensionskassen agieren da schon viel vorsichtiger. Aber das eine oder andere Prozenterl mehr für Aktien darf es mittlerweile auch sein. In Summe steckt hinter den jüngsten Höhenflügen an den großen Börsen allerdings noch immer relativ wenig Volumen. Privatanleger sind ohnehin fast keine dabei. Eine tragfähige Basis schaut anders aus. Trotzdem führt kein Weg an Aktien vorbei. Wohin man schaut, es gibt keine Alternativen.

Ob in der Eurozone, in den USA oder Japan – überall sind die Zinsen auf Rekordtief. Betrachtet man die Inflation als natürlichen Feind von kleinen wie großen Vermögen, dann sind sichere Produkte wie Sparbücher Vermögensvernichtung. Die Zinsen decken bei Weitem nicht die Geldentwertung ab. Das tun die Zinsen von sicheren Staatsanleihen aus Deutschland oder Österreich ebenfalls nicht. Gold hat, zumindest vorläufig, seinen Glanz als Krisenwährung verloren. Und Immobilien sind schon sündteuer. Bleiben besser verzinste (aber auch riskantere) Unternehmensanleihen. Oder Aktien.

Staatsschulden sind schon ein Thema. Für die Börsen ist aber wichtiger, wie es den Unternehmen geht. Die meisten von ihnen verdienen prächtig und zahlen dicke Dividenden. Die bringen mehr als Sparbuchzinsen, auch in Österreich. Die Wiener Börse hat mehrere Weltmarktführer aufzubieten. Während New York und Frankfurt auf Rekordjagd sind, ist Wien aber noch weit davon entfernt. Mit der Kleinheit des Marktes allein ist das nicht zu erklären. Es braucht einfach viel mehr mutige Anleger, die die Chance nutzen und zugreifen.

Erstellt am 11.03.2013