über die Kopftuchdebatte
01/06/2017

Und das Kreuz an der Halskette?

von Ingrid Steiner-Gashi

Als Aufreger-Thema und Quotenbringer für um Aufmerksamkeit ringende Politiker ist sie immer gut – die Kopftuchdebatte.

Mag. Ingrid Steiner-Gashi | über die Kopftuchdebatte

Als Aufreger-Thema, Quotenbringer und Schlagzeilenversorger für um Aufmerksamkeit ringende Politiker ist sie immer gut – die Kopftuchdebatte. Diesmal neu angeheizt ausgerechnet vom Vorsitzenden des Expertenrates für Integration, Heinz Faßmann. Im öffentlichen Dienst, etwa an Schulen, sollten Frauen kein Kopftuch tragen, fordert er. Staatsbedienstete hätten sich religiös und ideologisch neutral zu verhalten. Eine berechtigte Forderung, die aber dann bitte für alle Staatsdiener dieses Landes gleichermaßen zu gelten hat. Heißt: keine kleine Buddha-Statue auf dem Schreibtisch des Finanzbeamten, kein Kreuz an der Halskette der Lehrerin, keine Kippa im Staatsdienst. Wenn sich auch der Arbeitgeber Staat gegenüber allen Religionen seiner Bediensteten neutral verhält, wie dies etwa in Frankreich schon seit Langem der Fall ist, dürfen Politiker aller Couleurs die Forderung eines Kopftuchverbots für Lehrerinnen getrost erheben. Andernfalls wäre man wohl versucht zu glauben, es handle sich nur um billige Stimmungsmache.

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