├╝ber den russischen Abzug aus Syrien
03/16/2016

"Zar" Putin gibt in Syrien den Takt vor

Westen reagiert derzeit nur und verfolgt eine problematische Realpolitik.

von Walter Friedl

Der Westen kann wieder einmal nur reagieren, statt agieren

Mag. Walter Friedl | ├╝ber den russischen Abzug aus Syrien

Mit seinen machiavellischen Winkelz├╝gen, die vom Timing nicht besser gesetzt sein k├Ânnten, gibt Kreml-Chef Wladimir Putin seit Langem den Takt in der Syrien-Krise vor. Just w├Ąhrend der neuen Dialog-Runde in Genf k├╝ndigte er jetzt den milit├Ąrischen (Teil-)R├╝ckzug an. Und der Westen kann wieder einmal nur reagieren statt agieren.Das hat auch Systemgr├╝nde. "Zar" Wladimir schert sich keinen Deut um demokratische Spielregeln und formt sich seine Welt, wie es ihm gef├Ąllt. W├Ąhrend Europa ÔÇô nicht nur in der Fl├╝chtlingskrise ÔÇô in politischer Erstarrung verharrt. Und US-Pr├Ąsident Obama vom oppositionellen Parlament gebremst wird, aber auch sonst ein zaudernder "Commander in Chief" ist.

Putin n├╝tzt dies eiskalt aus, pokert hoch ÔÇô mit schlechtem Blatt: Der ├ľlpreis ist im Keller, und damit sp├╝lt die Haupteinnahmequelle des Landes viel zu wenig Geld in die Staatskassen. Der Westen wei├č das nat├╝rlich, vermeidet aber die Konfrontation mit dem "russischen B├Ąren", der sich bereits die Krim einverleibt und Appetit auf die Ostukraine hat.

Was bleibt ist Realpolitik: Arrangements mit machtbesessenen Egomanen. Das gilt f├╝r Putin, den man f├╝r die L├Âsung des Syrien-Konfliktes braucht, genauso wie f├╝r den t├╝rkischen Pr├Ąsidenten Tayyip Erdogan, ohne den die Fl├╝chtlingskrise nicht zu bew├Ąltigen ist. Irgendwann m├╝ssen die USA und EU aber ihre roten Linien definieren, ehe sie sich selbst aufgeben.

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