Falsch kalkuliert

Nordkorea wird wirklich gefährlich, wenn es beginnt, sich zu überschätzen.

Ein Terror-Regime wird wirklich gefährlich, wenn es seine Selbsteinschätzung verliert

Mag. Ingrid Steiner-Gashi | über Nordkorea

Hunde, die bellen, beißen nicht – dieses Sprichwort ließ sich bisher auch auf Nordkoreas Kriegsgeheul anwenden. Das Regime drohte und provozierte – und das nicht nur mit Worten, sondern auch mit Atom- und Raketentests. Doch Pjöngjang pokerte hoch, um Zugeständnisse zu erpressen, nicht um Kriege loszutreten. Denn ein Waffengang in Nordkorea, aus dem sich weder China noch Südkoreas Verbündeter USA heraushalten könnten, wäre das Ende der Kim-Diktatur. Und das ist das Letzte, was sich Kim Jong-Un und Co. wünschen.

Warum aber nun dieses Kriegsgetöse; Maßnahmen, die in Richtung Konfrontation zielen? Der Jung-Diktator mag versuchen, mit besonderer Härte nach außen sein politisches Standing im Inneren zu festigen. Oder, sein neues Führungsteam, in dem eindeutig Hardliner mitreden, hat kein Gefühl dafür, wann rote Linien überschritten sind. Darin liegt die echte Gefahr: Ein Terror-Regime wie jenes in Nordkorea wird wirklich gefährlich, wenn es seine Selbsteinschätzung verliert – und meint, sich tatsächlich mit der ganzen Welt anlegen zu können.

Erstellt am 09.03.2013