Ein klarer Fall von Beistandspflicht

Steckt Russland hinter Gift-Anschlag, sind EU-Sanktionen unausweichlich.

Neue Sanktionen gegen Russland wären unerlässlich

Mag. Walter Friedl | über die Gift-Attacke in Großbritannien

Die Reaktion Russlands kann fast als Eingeständnis gewertet werden: Zuerst machte man sich in Moskau lustig über die Anschuldigungen Londons, dass der Kreml hinter dem Gift-Anschlag auf einen ehemaligen russischen Doppelagenten in Großbritannien stecke. Als Premierministerin May dann mit Vergeltung drohte, bot man Kooperation an.

Fest steht, keine Regierung der Welt würde sich so weit aus dem Fenster lehnen wie die britische gerade, wenn sie nicht über handfeste Beweise verfügte. Unterstellungen, die Affäre werde hochgespielt, um die russischen Wahlen vom kommenden Sonntag zu beeinflussen, sind absurd. Denn jede Attacke von außen stärkte letztendlich Präsident Wladimir Putin. Dessen Wagenburg-Mentalität – "die ganze Welt ist gegen uns" – verfing, auf dieser nationalistischen Welle surft er seit Jahren.

Sollte er jetzt (oder maßgebliche Stellen) mit dem Attentat in Verbindung stehen, wäre das ein unglaublicher Skandal. Neue Sanktionen gegen Russland wären unerlässlich. Nicht nur seitens Großbritanniens, sondern von der gesamten EU – diese Solidarität wäre alternativlos.

( kurier.at ) Erstellt am 14.03.2018