über LEBEN: Weltruhm

Guido Tartarotti
Foto: KURIER

Guido Tartarotti über die Band vom Malz, die auf der Tankstellenbühne so gut wie nie zuvor spielte.

Letztens besuchte ich wieder einmal ein Konzert der Band vom Malz. Allein die Örtlichkeit war den Besuch wert: Hinter der WU in Wien gibt es eine Tankstelle, und hinter der Tankstelle gibt es das eher brachiale Imitat einer amerikanischen Trucker-Bar. Und ganz hinten in dieser Bar gibt es eine winzige Bühne. Kurz: Eindeutig nicht der Madison Square Garden.

Die Band vom Malz galt die letzten 20 Jahre lang als ganz knapp vor dem Weltruhm stehend. Und auch ich habe dazu mein Teil beigetragen, indem ich als Gitarrist ausstieg und die Chancen der Band dadurch dramatisch erhöhte. Und obwohl die Band vom Malz sogar im Vorprogramm der Rolling Stones auftrat, wurde es dann doch nichts mit dem Weltruhm. Die Welt hört lieber faden Kas wie Lady Gaga anstatt der tollen Platten von der Band vom Malz.

Da stand die Band vom Malz also auf der Tankstellenbühne, und wissen Sie was? Sie spielte so gut wie nie zuvor. Befreit vom Druck des Weltruhmerreichenmüssens geigten die dermaßen auf, dass man die Tankstelle vergaß, und sich plötzlich der Madison Square Garden auf der Althanstraße niederließ. Und weil das Leben manchmal gerecht ist, werden die doch noch Weltstars. Fordere ich jetzt einfach. So!

Jeder sollte eine Band haben. Ich habe auch eine, und vielleicht sind wir nicht ganz so gut wie die Band vom Malz, aber fast so bekannt. Ich singe übrigens. Was soll das heißen, ich kann nicht singen? Singen können ist was für Streber! Ich singe ja nicht, weil ich kann, sondern weil ich muss. Kunst kommt nicht vom Können, sondern vom Müssen und müsste daher Munst heißen.

Die Band vom Malz heißt übrigens Core (nächstes Konzert noch nicht fix, aber ziemlich sicher im Madison Square Garden), und meine heißt NoW (live am Freitag in der Bühne Mayer, sozusagen im Madison Square Garden Mödlings).

(kurier) Erstellt am
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