über LEBEN: Sprachpannen Nr. 4

über LEBEN: Sexy!? © Bild: KURIER

Guido Tartarotti sammelte die schönsten medialen Sprachpannen des Jahres 2011 (Teil 4).

Die schönsten medialen Sprachpannen des Jahres, Teil 4:

Die letzte Folge sei der Zeitung Österreich gewidmet – sie hat es redlich verdient.

So schrieb sie: "Inzest-Domizil wird geschliffen". Eine geschleifte Formulierung. Hoffentlich teilt uns Österreich mit, wann das Haus scharf ist. Von der Waisheit des Blattes kündet auch die Schlagzeile "Verweist: Arnies L.A.-Villa". Zu Prinzessin Kate fiel der Zeitung das Adjektiv "saudürr" ein. Schlimm, aber besser als zaunblöd.

Österreich wies außerdem nach – es gibt ein Leben nach dem Tod: "23-Jähriger von U-Bahn erdrückt – Lebensgefahr". Dass eben alles relativ ist – auch an diesem Nachweis arbeitete das Blatt. "Mit Raich (9.) und Pranger (12.) klassierten sich nur zwei ÖSV-Läufer in den Top Ten." Schön war auch Mathematik Marke Österreich im Bericht über eine Umfrage zum Thema Mode. "Offiziell – Kate Middleton ist das neue Modevorbild aller Frauen (...) 52,8% gaben an, den Look von Kate zu bewundern." Vielleicht lernt das Blatt ja rechnen, wenn sein Herausgeber in die Volksschule kommt: "Am Donnerstag besuchte die sexy Sängerin die Österreich-Redaktion und gratulierte Herausgeber Wolfgang Fellner zum 5. Geburtstag".

Die beste Schlagzeile aber gelang der Zeitung am 25. September. Direkt unter ihr Logo schrieb sie "So krank ist Österreich". Sie müssen es ja wissen. Und schon jetzt unübertreffbar im Jahr 2012 ist das Diät-Rezept, das Österreich unlängst veröffentlichte: "(...) Mit 1 EL Nüssen (gekackt) garnieren."

Wir verabschieden uns mit einem Ausblick in die Zukunft: Der KURIER schrieb, "menschenähnliches Milchpulver" solle in drei Jahren auf den Markt kommen. Wenn das Milchpulver gehen und sprechen kann, melden wir uns wieder.

Dank für die Hilfe beim Suchen geht an Werner Tartarotti, meine lieben Kollegen Eva Gogala und Dieter Chmelar, und an viele, viele Leser!

www.guidotartarotti.atguido.tartarotti(at)kurier.at

 

Erstellt am 27.01.2012