über Pokemon und das Vatersein.
08/06/2016

Warzenschweinpopo

Einmal im Leben ein "Early adopter".

von Guido Tartarotti

Schlammbad, Matschbombe, Rülpser.

Guido Tartarotti | über Pokemon und das Vatersein.

Meine sehr nette, aber offensichtlich Pokémon-Go-süchtige Kollegin C. fragt: „Wie entwickelt sich ein Taubsi?“ Erste Entwicklung Tauboga, zweite Entwicklung Tauboss, antworte ich reflexartig. „Ah, du spielst auch Pokémon Go!“, sagt C. Ich denke nicht daran. „Wieso kennst du dich dann mit Pokémon aus?“ Weil das vor etwa 10, 15 Jahren die einzige Möglichkeit war, bei seinen Kindern ein cooles Image zu haben. Bis heute kann ich den halben Pokédex auswendig. Ich kann außerdem mit einem beeindruckenden Wissen über die amerikanische Wrestling-Szene glänzen sowie das Die-Ärzte-Album „Planet Punk“ auswendig mitsingen und mitsprechen.

Vater zu sein, stattet einen mit besonderen Fähigkeiten aus, allerdings in einem Nischenbereich, den man beruflich kaum nutzen kann. Ich meine, wer bezahlt einen schon dafür, dass man weiß, wie der Finisher von Jeff Hardy heißt („Whisper In The Wind“) und welche besonderen Fähigkeiten ein Smogmog hat (Schlammbad, Matschbombe, Rülpser)?

Aber immerhin verschafft mir mein Pokémon-Spezialwissen einen einfachen Triumph – einmal, ein einziges Mal bin ich, der Digitaltrottel, gegenüber C., der Spezialistin für alles, was aus Gigabyte besteht und gewischt werden kann, ein „Early adopter“.

Die Kinder interessieren sich nicht mehr für Pokémon, spielen aber gerne mit meiner Freundin und mir „Trivial Pursuit“, wobei in unserer Variante Einsagen nicht verboten, sondern Pflicht ist, allerdings so blöd wie möglich. Und wir haben eine Stadt-Land-Fluss-Variante erfunden, bei der es nur auf kreativen Unsinn ankommt. Da gibt es etwa die Kategorie Flüche (Fluch mit U: Unnediger Warzenschweinpopo, unnediger) oder Todesarten (Todesart mit I: Ins Klo gefallen, versehentlich runtergespült und im Kanal von einem Krokodil zu Tode erschreckt). Und solange kein Stadt-Land-Fluss-Go erfunden wird, spielen wir das zuhause auf der Couch, und wenn es erfunden wird, erst recht.

Guido Tartarottis neues Kabarettprogramm "Selbstbetrug für Fortgeschrittene" hat am 2. September im Niedermair in Wien Premiere. Nächste Vorstellungen am 22. September und 25. Oktober, jeweils im Theater am Alsergrund.

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