Rapids Barisic: Seit April im Amt und schon ein Liga-Routinier.

© HERBERT PFARRHOFER/HERBERT PFARR

über die Vorgänger von Zoran Barisic
07/09/2013

Wenn die Jungen trainieren und Alte den Ton angeben

So rapide schnell hat sich das Trainerkarussell in der österreichischen Bundesliga noch nie gedreht.

von Wolfgang Winheim

Peter Schöttel kann noch bis Juni 2014 zu vollen Bezügen spazieren gehen.

Wolfgang Winheim | über die Vorgänger von Zoran Barisic

Das hatte sich Heimo Pfeifenberger wohl auch nicht gedacht, als er am 30. Mai des Vorjahres das vermeintliche Himmelfahrtskommando namens SC Wiener Neustadt übernahm:

Er wird am Montag, wenn Liga-PR-Lady Claudia Jost zur Saison-Eröffnungspressekonferenz lädt, als der aktuell dienstälteste Trainer des Fußball-Oberhauses präsentiert werden. Kaum 14 Monate genügten Salzburgs einstigem Europacup-Liebling, um in Niederösterreich zum vereinstreuesten Coach der gesamten tipp3-Liga zu werden.

Alle anderen neun Kollegen von Pfeifenberger sind kürzer im Amt. Selbst Rapids Zoran Barisic, der seit 18. April den großteils noch grünen Kader der Grün-Weißen nach seiner Pfeife tanzen lassen darf, gilt bereits als Dino im Vergleich zu den Liga-Debütanten Darko Milanic (Sturm Graz), Slobodan Grubor (Wolfsberg) und Toni Polster (Admira).

Was aber treiben die früheren Rapid-Trainer?

Barisic-Vorgänger Peter Schöttel, der sich ohne verbalen Rundumschlag bemerkenswert stilvoll verabschiedete, kann noch bis Juni 2014 zu vollen Bezügen spazieren gehen.

Peter Pacult (Rapid-Coach von September 2009 bis April 2011) hat die Sachsen in letzter Minute vor dem Abstieg aus der zweiten deutschen Liga bewahrt, innerhalb des Dynamo-Vorstands aber wenig Freunde.

Georg Zellhofer (2006) ist Sportdirektor von Altach.

Josef Hickersberger (2002 bis 2005) schiebt auf dem noblen Golfplatz Schönborn mit Single-Handicap eine ruhige Kugel, nachdem er ein China-Angebot ablehnte.

Lothar Matthäus (September 2001 bis Mai 2002) ist seit seinem Rücktritt als Bulgariens Teamchef (2011) nur in TV und Klatschspalten, nicht aber auf der Trainerbank zu sehen.

Heribert Weber (1998 bis 2000) wurde als Sky-Experte und Kleine Zeitung-Kolumnist vom Trainer zum Kritiker.

Ernst Dokupil (1994 bis 1998 bzw. 2000 ) hat zwar in Schilling-Zeiten gegen Rapid einen Millionen-Prozess gewonnen, aber seine Zuneigung zum Rekordmeister offensichtlich nicht verloren, ließ er sich doch soeben in Rapids Reformkommission wählen.

Hubert Baumgartner (1993/’94) kommt’s ein bissel spanisch vor, dass er, der als ehemaliger Spanien-Legionär über beste Kontakte ins Weltmeisterland verfügt, in Österreich trotz Trainervorzugszeugnis keine Angebote bekommt.

August Starek (1992/’93) schaufelt als wohlbestallter, auf Fußball längst nicht mehr angewiesener Rentner bei Tennis-Duellen gegen Herbert Prohaska trotz Hüftoperation noch durchaus talentiert den Sand übers Netz.

Hans Krankl (1989 bis ’92) gibt morgen, Donnerstag, in seiner Zweitheimat Jesolo den Ton an – nämlich ein Konzert. Mit der Band Monti Beton tritt der Jung-Sechziger auf der Piazza Milano auf.

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