Tagebuch: Gut verhütet ist halb gewonnen

Tagebuch: Ein Teil des Spiels © Bild: KURIER/Stephan Boroviczeny

In einer Woche werden die ersten Olympischen Jugend-Winterspiele in Innsbruck eröffnet.

Am Dreikönigstag werden den drei Springer-Königen wieder die Herzen zufliegen, sofern Petrus Reguläres von Gregor Schlierenzauer, Andreas Kofler und Thomas Morgenstern in Bischofshofen zulässt.Und in einer Woche? Da wird der Innsbrucker Bergisel, die Stätte ihres letzten Triumphes, wieder im internationalen Sportmittelpunkt stehen. Oder auch nicht.IOC-Präsident Jacques Rogge wird am Freitag, den 13., die ersten Olympischen Jugend-Winterspiele eröffnen. Flankiert von Bundespräsident und Kanzler. Und auch im Beisein von Fürst Albert von Monaco und anderen Vons.Mehr als Eröffnungsdatum und Wetterlage gibt das mäßige öffentliche Interesse für diese Weltpremiere zu denken. Selbst am Freitag, den 13., droht ein Schattendasein.Zu groß ist die Konkurrenz, wenn zu gleicher Zeit die Flug-Show am Kulm beginnt, wenn in Cortina die schwerste Damen-Abfahrt und am Lauberhorn die längste Abfahrt der Herren stattfindet. Und danach auch noch der Streif-Rummel mit Nachwuchs-Olympia terminlich kollidiert. Es wird keine Rekorde bei den Winterspielen geben. Und hoffentlich auch keine Skandale und schweren Stürze. Ein Abfahrtslauf bleibt den 15- bis 17-Jährigen erspart.Die zehntägige Veranstaltung ist nicht als Medienspektakel gedacht, sondern eher als ein Welttreffen von Talenten, die in ihren Bewerbspausen an Ethikkursen teilnehmen und – Medienschulung erhalten.Geplant ist auch, dass z. B. ein Amerikaner mit einem Russen oder einer Deutschen als Team um Medaillen kämpft. Länderübergreifende Wertungen sollen das Gemeinsame fördern. Für eine etwaige Nachspielzeit – und frühestens jetzt horchen Reporter auf – werden an die 1018 teilnehmenden Teenager 10.000 Kondome verteilt. Aus Sicht des Boulevards droht dem Olympia-Baby dennoch eine schwere Geburt.

Erstellt am 05.01.2012