Wolfgang Winheim

© Stephan Boroviczeny

Meinung Kolumnen Tagebuch
10/30/2012

Sport und Kritik

Tagebuch: Wie alle Jahre wieder stellt sich daher die Frage, warum die Ehrung der Sportler des Jahres zwei Monate vor Jahresende erfolgen muss.

von Wolfgang Winheim

Am Mittwoch, werden mit Marcel Hirscher und Marlies Schild vermutlich zwei Alpine zu Österreichs Sportlern des Jahres gekürt werden. Auch Hürdenläuferin Beate Schrott, Skispringer Gregor Schlierenzauer und Fußball-Liebling David Alaba erhielten sicher viele der 491 Stimmen von den Mitgliedern der Journalistenvereinigung "Sportsmedia Austria". Bis zuletzt hält ein Anwalt das Ergebnis unter Verschluss.

Fest steht offiziell nur, ...... dass ORFeins ab 18.20 live aus Vösendorf überträgt;... dass Mirna Jukic, Renate Götschl, Trixi Schuba, Felix Gottwald, Stephan Eberharter und Herbert Prohaska als Laudatoren die Sport-Gala aufwerten;... dass Rainhard "I’m from Austria" Fendrich singt;... und dass die Tischtennis-Europameister Robert Gardos/Daniel Habesohn in der Kategorie "Mannschaft des Jahres" unberücksichtigt bleiben. Die beiden hatten ihre Goldene im Doppel nämlich erst nach Wahlschluss errungen.

Wie alle Jahre wieder stellt sich daher die Frage, warum die Ehrung der Sportler des Jahres zwei Monate vor Jahresende erfolgen muss. Und wie alle Jahre wieder ist die Antwort dieselbe.

Weil die Abwesenheit der Skisportler, die zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr zu bekommen wären, die Gala entwerten würde;Weil Sponsoren ihre Spendierfreudigkeit von einer ORF-Übertragung abhängig machen; und weil die Sporthilfe als Veranstalter dringend Sponsoren braucht.

Das Lukrieren von Geldquellen wird immer schwieriger. Was nicht nur an der Wirtschaftskrise liegt, sondern auch daran, dass der gesellschaftliche Stellenwert des Sports kaum wo in EU-Europa so gering wie in Österreich ist. Volleyball-Präsident Peter Kleinmann liegt nicht ganz falsch, wenn er kritisiert, dass Sportler hierzulande pauschal für Trottel gehalten werden.

Kleinmann und seine Mitstreiter legen jetzt, um ihrer Forderung nach der täglichen Turnstunde Nachdruck zu verleihen, internationale Studien vor, die beweisen, dass Jugendliche, die mehr Bewegung machen, auch geistig mehr leisten.

Mit ehemaligen österreichischen Leistungssportlern, die über akademische Titel verfügen, ließe sich inzwischen schon ein Kleinstadion füllen. Die Ski-Doppel-Olympiasiegerin Petra Kronberger zum Beispiel absolvierte still, leise aber erfolgreich , ein Kunststudium, arbeitet in Salzburg als Kulturführerin. Die ehemalige Hochsprung-Weltrekordlerin Ilona Gusenbauer wurde zur Kunstmalerin, deren Werke immer wieder ausgestellt werden.Aber das ist der Öffentlichkeit kaum bekannt, während jeder Furz eines überbezahlten Kickers quer durch den Boulevard geblasen wird.

wolfgang.winheim@kurier.at

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