Wolfgang Winheim

© Stephan Boroviczeny

Meinung Kolumnen Tagebuch
07/31/2012

Im Schatten von Düdelingen

Tagebuch: Ähnlich wie Salzburg gegen Düdelingen hat es auch Welt- und Europameister Spanien gegen Honduras erwischt.

von Wolfgang Winheim

Der Welt- und Europameister beim olympischen Fußball-Turnier out. 0:1 gegen Honduras. Jetzt haben auch die Spanier ihr Düdelingen.

Die Luxemburger Red-Bull-Flügelstutzer treten heute in der dritten Quali-Runde zur Champions League in Marburg an. Dazu wird ihr Tormann – wie schon letzte Woche wegen Salzburg – von der Côte d’Azur eingeflogen. Der Feierabend-Profi interpretiert den Begriff Resturlaub auf seine eigene Weise: Er macht Urlaub, während der Rest der Mannschaft trainiert.

Via Facebook outen sich inzwischen fast 20.000 als Fans von Düdelingen. So viele bringen drei südlich von Wien beheimatete Bundesligaklubs miteinander kaum zusammen, weshalb die Mehrheit der Leser vermutlich jetzt nicht mehr weiterlesen wird. Justament ist Lob angebracht, für ...

... Admira Wacker. Weil der unerwartete Platz drei nach dem Wiederaufstieg plus das 5:1 gegen Schalgiris, das der Admira morgen ein Heimspiel gegen Sparta Prag beschert, nicht zuletzt eine Belohnung für die gute Nachwuchsarbeit sind. Erstaunlich, wie in der Südstadt trotz aller Pannen über Jahrzehnte die Tradition als Talenteschmiede gewahrt bleibt und nach Gerhard Rodax , Dietmar Kühbauer , Erwin Hoffer , Marc Janko aktuell wieder ein Rohdiamant nach dem anderen teamreif geschliffen wird.

... für Mattersburg. Weil sich auch dort der Mut zum Eigenbau (z. B. mit Freistoßkönig Patrick Bürger ) bezahlt macht. Wer die neue Jugendakademie besucht, wähnt sich nicht in einer burgenländischen 6500-Seelen-Gemeinde, sondern in Mailand, München oder Madrid.

... für Wiener Neustadt. Der Abstiegskandidat hat keine Punkte, kein schönes Stadion, keine Stars, er hat keine Akademie und – hochgebracht und fallen gelassen von Frank Stronach – auch kein Geld, aber junge Funktionäre mit Herz. Die entschieden: Solange sich kein Sponsor findet, wird auf den Trikots für Debra geworben.

Das ist jene Organisation, die auf das schwere Schicksal der Schmetterlingskinder aufmerksam macht. Auf rund 500 Menschen in Österreich, deren Haut so verletzlich ist wie der Flügel eines Schmetterlings.

Debra bietet dem Bundesligaklub entgegen böser Vermutungen keine Gegenleistung. Telefonische Proteste ("Wie kann man nur Kickern Geld ...") waren ungerechtfertigt. Die Hilfsorganisation ist vielmehr selbst auf finanzielle Hilfe (PSK, Konto 90.000.096 ) angewiesen.

Vielleicht geht dieser Hinweis auch dem ehemaligen Big Spender des ehemaligen SC Magna Neustadt, wenn er schon nichts mehr vom NÖ-Fußball wissen will, kurz vor seinem 80er unter die Haut.

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