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02.01.2013

Gesunder Körper, gesunder Geist

Kinderleicht-Athletik statt Kinder-Leichtathletik

Wolfgang Winheim | über möglichen Sportlernachwuchs

Von den Flops (Salzburg – Düdelingen), den Aufregern ( Felix Baumgartner) bis zu den dreistesten Sprüchen (Marko Arnautovic, Markus Rogan) des Jahres – alle sportlichen Höhen, Tiefen und Peinlichkeiten wurden in den letzten Tagen medial noch einmal zelebriert.

Nur die Sportfunktionäre des Jahres, nein die des bisherigen Jahrtausends, blieben ungewürdigt. Vielleicht auch , weil sie sich in der Leichtathletik engagieren, die hiezulande vermeintlich nur vor sich her dümpelt und vor lauter Bällen, Brettln und Boliden kaum noch wen interessiert.

Dem Trend zum Trotz haben es die Brüder Werthner verdient, vor den Vorhang gebeten zu werden. Roland, der Sportwissenschaftler und Georg, der vierfache Olympia-Teilnehmer.

Vor elf Jahren hatten die beiden Akademiker den ersten (von mittlerweile 61) Kinder-Zehnkampf organisiert. Vor zwei Jahren begannen deren Starter die Jugendmeisterschaften zu dominieren. Und 2012 ging die Saat endgültig auf, indem die Zehnkampf Union, die bei Einführung des Kinder-Mehrkampfes die Nummer 106 im ÖLV-Ranking gewesen war, bis hinauf in den Erwachsenenbereich die Wertung aller österreichischen Meisterschaften gewann.

Kinderleicht-Athletik statt Kinder-Leichtathletik lautet das Motto, dem sich in Oberösterreich idealistische Trainer, Ex- Athleten und Eltern anschlossen. Sie alle haben erkannt, dass die Bewegungseinheiten in der Schule, gleichgültig, ob die Forderung nach tägliche Turnstunde irgendwann realisiert wird, für die heutige Computer-Generation nicht mehr ausreichen.

Die Mini-Zehnkämpfer laufen, springen, wandern und turnen viel in der Natur, frequentieren neu geschaffene Motorikparks, unternehmen gemeinsame Aktiv-Ferien. Und sind trotz intensivster Freizeitgestaltung fast zu 50 Prozent Vorzugsschüler. Und somit, sofern die Rogan-Theorie stimmt, fast zu g’scheit, um einmal Olympia-Medaillen zu erobern.

Aber kann denn nicht auch ein ohne Doping errungener österreichischer Meistertitel ein schönes Ziel sein?