über den Skisport
12/20/2014

Frauenpower

von Wolfgang Winheim

Mittlerweile aber hat in der obersten FIS-Etage die Britin Sarah Lewis die Hosen an

Wolfgang Winheim | über den Skisport

Dass der Gröden-Spezialist Steven Nyman auch ein drittes Mal siegen, dass der Norweger Kjetil Jansrud dem US-Athleten am nächsten kommen und man im ÖSV-Lager erneut über Rückstände rätseln würde – all das konnte nach der Übersee-Tournee erwartet werden. Nur eines nicht: Dass im frühlingshaften Gröden überhaupt gestartet wird.

Im Jahr 1970, in dem Gröden durch die Ski-WM als Skiregion erst außerhalb Südtirols bekannt wurde, wäre so ein heißes Rennen wie gestern unmöglich gewesen. Damals kannte man noch keine Schneekanonen. Eine gewisse Stefanie Demetz kam im WM-Jahr erst zur Welt. Aktuell wird Demetz ähnlich viel gratuliert wie den Abfahrtshünen Nyman und Jansrud. Denn die Frau Doktor für spanische Literatur ist die Generaldirektorin des Grödener Weltcup-Klubs, und damit zuständig für das von der Mailänder Gazzetta dello Sport zum "Miracolo" hochstilisierte Alpinspektakel.

Mit ernster Miene blickt Demetz beim täglichen Teamcaptains-Meeting vom Podium auf die Männerrunde herunter. Zu der hat sich, seit die Schweizer Olympiasiegerin Marie-Theres Nadig 2005 als Chefcoach scheiterte, kaum ein weibliches Wesen gesellt. Die Trainerzunft wurde zig Jahre von Frauenlieblingen (und solchen, die sich dafür hielten), nie aber von Frauen dominiert. Mittlerweile aber hat in der obersten FIS-Etage die Britin Sarah Lewis die Hosen an. Und Stefanie D. beweist in Gröden mit weniger Ellbogentechnik als Lewis: Nicht aufs Geschlecht, sondern aufs Herz für den Sport kommt es an.

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