über Fernweh bei Fußballern
03/24/2014

Dritte Wahl statt erste Adresse

von Wolfgang Winheim

Ewige (Klub-)Treue zeichnet heutzutage nur noch die aus, die dafür zahlen. Die Fans.

Wolfgang Winheim | über Fernweh bei Fußballern

Salzburg Meister, Innsbruck fast nicht zu retten: So früh wie noch nie ist die Liga oben wie unten entschieden. Somit beginnt so früh wie selten die Frage "Wer zu wem?" über Titel- und Abstiegskampf zu dominieren. Ein Spielchen, das in Südeuropa sogar ganzjährig zu den beliebtesten zählt. Dort erzielen Fußball-Tageszeitungen mit Transfertratsch höhere Auflagen als Qualitätsblätter mit Politik. Hierzulande wird in der Gerüchteküche vergleichsweise mit Wasser gekocht.

Fix ist, dass Rapids Offensiv-Verteidiger Christopher Trimmel zu Union nach Berlin wechselt.

Realistisch ist, dass der Tiroler Lukas Hinterseer bald nicht in der ersten österreichischen Liga, sondern in der zweiten deutschen stürmt, zumal der Audi-Klub Ingolstadt auf den Neffen vom singenden Hansi abfährt.

Möglich ist, dass Angreifer Philipp Hosiner und Austrias tüchtiger Tormann Heinz Lindner nur noch sieben Mal ein violettes Trikot überstreifen.

Einzig RB Salzburg kann dank Geld aus der Dose personell sogar noch zulegen. Kann Leistungsträger bei der Stange halten. Zumal die zu schätzen wissen, dass sie stets in einem internationalen Bewerb spielen und dafür international übliche Gagen in einer Stadt mit wenig Medienstress und viel Lebensqualität kassieren. Auch wenn sich das Interesse des Salzburger Event-Publikums im Liga-Alltag in ernüchternden Grenzen hält.

Selbst Rapid scheint mit einem Besucherschnitt von 14.000 nicht unter Europas Top 100 auf. Selbst in der zweiten deutschen Liga werden doppelt bis drei Mal so viele Fans wie in Österreichs erster gezählt und bis zu vier Mal höhere Gehälter gezahlt.

So wie im Vorjahr Trainer Peter Stöger ist’s nun auch Spielern nicht zu verübeln, wenn sie einen Wechsel von einer Wiener Top- zu einer ausländischen Zweitliga-Adresse als Aufstiegschance interpretieren. Zudem wird so wie im normalen Berufsleben langes Bleiben beim selben Betrieb auch im Fußball bereits als Schwäche ausgelegt.

Ewige (Klub-)Treue zeichnet heutzutage nur noch die aus, die dafür zahlen. Die Fans.

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