über die Gründe für Barcelonas Niederlage
02/21/2013

Befehlsverweigerer

von Wolfgang Winheim

Nach dem 0:2 gegen Milan drängt sich Ursachenforschung auf.

Wolfgang Winheim | über die Gründe für Barcelonas Niederlage

Der FC Barcelona ist die beste Fußball-Mannschaft der Welt. Aber nur noch bis zum Strafraum. Nach dem 0:2 gegen Milan drängt sich daher Ursachenforschung auf.

1. Barça-Profis sind perfekte Defensivkünstler wie jene des AC Milan als Gegner nicht gewohnt, weil in der Primera División auch Nachzügler munter angreifen, womit die spanische Liga attraktiver ist als die italienische Serie A.

2. Barça glaubt dank seiner (mehrheitlich schmächtigen) Ballgenies keinen klassischen Mittelstürmer im Kader zu benötigen. Das Fehlen eines solchen kopfballstarken Angreifers (wie ihn Spaniens Nationalteam sehr wohl besitzt) ermöglicht daher keine kurzfristige taktische Änderung mit hohen Flanken in den Strafraum.

3. Der Abgang von Trainer Pep Guardiola plus die Krebserkrankung seines Nachfolgers Tito Vilanova kann von der Mannschaft trotz deren guter Kameradschaft nicht ganz verkraftet werden.

4. Lionel Messi erzielt zwei Drittel der Barça-Tore. Gegen Milan traf der sonst so konstante Sieggarant kein einziges Mal aufs Tor. Milan-Präsident Silvio Berlusconi hatte strikte Manndeckung auf Messi angeordnet, weil er, Berlusconi, das früher beim Spielen mit seinen Söhnen selbst auch erfolgreich praktiziert habe.

Eine schrullige Aufforderung, die an Frank Stronachs Fußballzeiten erinnerte, als der einmal den Austria-Trainer Kronsteiner zum Tribünengitter zitierte und von dort aus "fachliche" Anweisungen erteilte. Der Unterschied: Milan-Trainer Massimiliano Allegri hielt sich nicht an Berlusconis Befehl, stellte für Messi keinen speziellen Leibgendarm ab.

Damit ist Allegri im Retourspiel zum Aufstieg verdammt. Denn für Alphatiere à la Berlusconi und Stronach gilt (nicht nur) im Fußball nur ein Gesetz: Paragraf 1: Der Präsident hat immer recht. Paragraf 2: Sollte der Präsident einmal nicht recht haben, tritt automatisch Paragraf 1 in Kraft.

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