über den grotesken Sport-Alltag
04/02/2014

Kein Aprilscherz

von Wolfgang Winheim

Mittlerweile braucht kein Redakteur krampfhaft lustig zu sein. Der Alltag ist grotesk genug.

Wolfgang Winheim | über den grotesken Sport-Alltag

Leser Franz M. wirft der Sportredaktion Humorlosigkeit vor. Er vermisse Gags am 1. April, wie sie einst üblich waren: Karl Schranz Olympia-Präsident, Formel 1 auf der Ringstraße, Weltcup-Abfahrt am Kahlenberg, Hans Krankl zur Austria. Mittlerweile braucht kein Redakteur krampfhaft lustig zu sein. Der Alltag ist grotesk genug.

Wer etwa hätte gedacht,

... dass Europas bester Fußball-Boss wegen Steuerbetrugs demnächst einsitzen muss und dass ein mediales, von der Justizanstalt Landsberg veranstaltetes Uli-Hoeneß-Häf’n-Schauen 150 Reporter anlockte. Um zig mehr als Bayerns Pressekonferenz vor dem Manchester-Spiel. In Österreich hätte – nein, nicht von Wettskandal und Funktionärsspitzbuben soll hier die Rede sein – vor ein ein paar Jahren auch kaum jemand für möglich gehalten,

... dass ein Schweizer ( Marcel Koller) trotz verpasster WM-Qualifikation zum respektierten Fußball-Teamchef werden würde;

... dass Marcel Hirschers ehemaliger Rennmanager Rudi Huber aus Wagrain das Schweizer Alpinteam zurück auf die Erfolgsspur bringt;

... dass mit dem bisherigen ÖSV-Herrencheftrainer Mathias Berthold nun auch der olympische Medaillenschmied ins Ausland abwandern wird;

... dass mit dem Eishockey-Finalisten HC Bozen demnächst ein Südtiroler, pardon italienischer Klub, österreichischer Meister, pardon Erster in der internationalen österreichischen Erste-Bank-Liga werden kann.

... dass, dass, dass.

Mit 1. April tritt übrigens ein Stadionverbot in Kraft, das über einen Flitzer verhängt wurde, der beim Länderspiel gegen Uruguay übers Feld lief. Die Strafe wurde auf sämtliche heimische Stadien ausgedehnt, zumal in Klagenfurt, dort wo der Nackedei die Ordner austrickste, heuer außer Regionalliga-Kick nur noch ein Match stattfinden wird. Das österreichische Cupfinale am 18. Mai (garantiert ohne Wiener Beteiligung).

Österreichs schönstes, mit Hypo-Geld finanziertes Stadion steht am falschen Ort. Auch das ist kein Aprilscherz.

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