über Naschmarkt und Co
10/31/2014

Die Büchse der Pandora

Der Bobo und die stetige Veränderung der Märkte hin zu hippen Gastronomie-Meilen rufen Unbehagen hervor.

Mag. Leila Al-Serori | über Naschmarkt und Co

Wer hätte gedacht, dass wir Wiener unsere Märkte so lieben. Jeder hat seinen Favoriten. Und hier geht es durchaus um eine Glaubensfrage.

Ich habe mich vergangene Woche als Yppenmarkt-Liebhaberin geoutet und dem Naschmarkt schweren Herzens Lebewohl gesagt. Während Letzteres auf breite Zustimmung gestoßen ist, habe ich mit dem Yppenmarkt die Büchse der Pandora geöffnet. Manche waren erfreut – Leserin Frau vom See lud sogar zum Frühstück am Markt ein.

Andere rümpften empört die Nase. Dort seien doch auch nur noch Bobos. Nun sei festgehalten, dass mich das nicht stört. Bobophobie? Nichts da. Aber gut, die stetige Veränderung der Märkte hin zu hippen Gastronomie-Meilen scheint viel Unbehagen hervorzurufen. Zuerst war der Naschmarkt. Was daraus wurde, haben wir ja schon beweint. Dann der Karmelitermarkt im 2. Bezirk. Dieser kämpft neuerdings gegen Touristenbusse, die die Anrainer in den Wahnsinn treiben. Nun der Yppenmarkt. Was tun, wenn auch hier der komplette Hype einsetzt, der Markt seinen ganzen Charme verliert?

Auf die Leser ist Verlass. Denn die schickten zig Alternativen. "Meidling ruft!", schreibt Stefan H. Also auf in den 12. Bezirk, dort wo das "L" einen speziellen Klang hat und die Kult-Disco U4 ihren Sitz. Der urige Meidlinger Markt ist ja schwer im Kommen und hat mit dem Milchbart bereits ein stadtbekanntes Lokal.

Am anderen Ende der Stadt hingegen schwören die Währinger wie Barbara B. auf ihren Kutschkermarkt. Mit seiner Pfarrplatz-Kulisse sicher der Schönste.

Und was wäre der Süden Wiens ohne den Viktor-Adler-Markt? Hier gibt es leistbares Obst, Sauerkraut, sogar Hundefutter. Doch auch der Favorit von Leserin Anne A. beklagt die fehlende Kundschaft. Die Verwandlung der Märkte, die dem Wiener solch ein Grauen ist, hat einen Grund (und es ist nicht der verteufelte Bobo): Wo keine Kunden, da auch keine Standln.

Und was lernen wir daraus? Wenn wir unsere Märkte lieben, sollten wir auch dort einkaufen.

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