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21.02.2018

Raus die Maus

Gar nicht so leicht, eine Maus zu fangen, die sich gerade den Bauch vollgeschlagen hat.

Julia Schrenk | über eine Mäusejagd zum 30. Geburtstag

Wer seinen 30er gebührend feiert, kann durchaus vergessen, die Geburtstagstorte anzuschneiden. Eigentlich nicht so tragisch, in der Redaktion hat so eine Torte eine Halbwertszeit von 30 Minuten. Wenn, ja wenn, es die Torte bis in die Redaktion schafft. Hat sie aber nicht. Warum?

Sonntag, zeitig in der Früh. Im Kühlschrank kein Platz für die Torte. Grandioser Einfall #1: die Torte im Karton auf die Stiegen zum Garten stellen, quasi Outdoor-Kühlschrank. Montagfrüh, grandioser Einfall #2: die Torte, ohne den Deckel zu heben, hereinholen. Schuhe anziehen. Maus, die gerade auf dem Weg ins Badezimmer ist, entdecken. Grandioser Einfall #3 (diesmal war er tatsächlich gut): Badtür zumachen.

Und dann saß es drin, das Mäuschen – so dick, dass es im Spalt zwischen Wand und Waschmaschine fast stecken blieb, weil es ein Stück, fast so groß wie es selbst, aus meiner Geburtstagstorte gefressen hatte!! Selbst Schuld, ich weiß.

Dass der körperliche Verfall mit 30 beginnt – darauf war ich vorbereitet. Aber niemand hat mir gesagt, dass der mit einem drastischen Abfall der Hirnleistung beginnt.

PS: Gar nicht so leicht, eine Maus zu fangen, die sich gerade den Bauch vollgeschlagen hat. PPS: Ich habe der Maus verziehen. Sie lebt jetzt aber im Park und nicht mehr im Garten.