ĂĽber Schule
04/18/2016

Die gute Schule, Teil 2

von Niki Glattauer

Zur "guten Schule" wird unsere Schule erst dann, wenn man es ihr erlaubt, auch aus Ali, Hasik & Co gute SchĂĽler zu machen.

Niki Glattauer | ĂĽber Schule

Nach dem Lamento einer Wiener NMS-Direktorin im KURIER und den uns Lehrerinnen wenig ent-täuschenden Ergebnissen bei den Deutschkompetenzen (nichts, was wir nicht auch ohne Tests gewusst hätten) haben sich ja jene am aufgeregtesten gezeigt, die für das Einzementieren der leidigen Umstände verantwortlich sind, bzw. diese seit Jahrzehnten verteidigen, ersparen Sie mir Namen.

Wie wohltuend also der Kommentar der Rektorin der Veterinär-Uni, Sonja Hammerschmid (letzten Montag gab es hier einen Auszug daraus). Ihre Analyse begann mit dem Satz: "Ich wuchs in einer kleinen Marktgemeinde mit 2000 Einwohnern im Mühlviertel auf." Leider wachsen heute 75% unserer Schulkinder in städtischen und verstädterten Räumen auf, und schon sind wir bei einem Hauptübel der Diskussion: Es wird nicht differenziert. Tangiert z. B. unsere hervorragenden BHS, wo inzwischen mehr Schüler maturieren als in Gymnasien, die Diskussion zur Ganztagsschule? Nein, die sind längst eine. Oder: Da sagt die Elementarpädagogik-Expertin Heide Lex-Nalis: Was es dringend brauche, seien "Pädagoginnen, die Türkisch, Arabisch oder Serbisch sprechen und eine Zusatzausbildung für Deutsch als Zweitsprache haben."

Richtig, gilt für Wien, Graz, Wels, usw. Aber sag das einmal im Waldviertel. Dort mangelt es nicht an türkischen Kindergärtnerinnen, dort mangelt es an Kindern. Und Lehrerinnen, die fähig und gewillt sind, in Mehrstufenklassen zu unterrichten. Oder sag das in Oberwart. Im Burgenland sind unsere Deutsch-Sieger-Schüler daheim. Ein Grund dafür ist, dass es hier die innovativste Landes- und Bezirksschulpolitik Österreichs gibt. Ein anderer, dass das Burgenland die niedrigste Quote an Zuwanderern hat.

Zur "guten Schule" wird unsere Schule erst dann, wenn man es ihr erlaubt, auch aus Ali, Hasik & Co gute Schüler zu machen. In Wien sind 60 % (!) der Volksschüler Zuwanderer-Kinder, in zig Klassen gibt es kein einziges Kind mit deutscher Muttersprache, da kann noch so sehr NMS draufstehen. Und dann kommen sie und sagen, schuld an der Misere sei unsere "Kuschelpädagogik"...

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