ĂĽber einen Kommentar von Sonja Hammerschmid
04/11/2016

Die gute Schule, 1. Teil

von Niki Glattauer

Obwohl zum Thema "Schule in Not" im KURIER schon viel Richtiges & Wichtiges gesagt wurde, ab jetzt montags hier ein Nachschlag. Zur Einleitung ein Kommentar der Molekularbiologin und Präsidentin der Österreichischen Universitätenkonferenz, Sonja Hammerschmid, den sie zum 7. Geburtstag der Presse am Sonntag geschrieben hat. Besser kann man in wenigen, ideologiebefreiten Sätzen nicht ausdrücken, was es bräuchte, um Schule wieder gut zu machen.

Hier, gekĂĽrzt und remixed, ihre Worte:

"Ich wuchs in einer kleinen Marktgemeinde mit 2000 Einwohnern im Mühlviertel auf.(…) Ein bunter Haufen von Kindern, ungeachtet ihrer sozialen Herkunft, war auch typisch für die vier Klassen Hauptschule, die ich besuchte. Das nächstgelegene Gymnasium lag fast 50 Kilometer entfernt. So verbrachten wir Kinder aus dem Ort die ersten acht Schulstufen, also bis ins Alter von 14 Jahren, gemeinsam. Wir lebten die Gesamtschule mit gleichen Bildungschancen, wenngleich damals niemand den Begriff verwendete. (…) Es waren die Menschen in der Schule, die es verstanden, in mir die Begeisterung und Neugier für Neues zu wecken und meine Talente zu fördern. Meine Lehrer übten ihren Beruf mit Hingabe aus und setzten sich für uns ein. Mein Volksschullehrer gestaltete seinen Unterricht innovativ, er ersparte uns sogar die täglichen Hausübungen. (…) In der Hauptschule zeigten meine Lehrkräfte Kreativität, um mich in meinen Interessen zu bestärken. Wenn es der Sache dienlich war, wurde der Lehrplan über Bord geworfen. (…) Egal in welcher Schulstufe, das Augenmerk meiner Lehrer galt immer den individuellen Stärken. Was logisch klingt, ist leider in unserem (Schul-)System nicht selbstverständlich, wo durch das verbissene Beheben von Schwächen Talente verkommen. Für mich ist der Lehrerberuf eine der anspruchsvollsten Aufgaben, die es in unserer Gesellschaft gibt. Lehrerinnen und Lehrer verdienen unsere volle Wertschätzung und Unterstützung. (…) Natürlich waren es auch meine Eltern, die mich in meinen Vorhaben immer unterstützten und mir meine Ausbildung ermöglichten. Bildung war für sie ein krisenfestes Startkapital ins Leben."

Ab jetzt an dieser Stelle: So wird Schule wieder gut !

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