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05.03.2012

Realitäten: Schulden

Die wöchentliche Kolumne von Ulla Grünbacher.

In den USA sind einige Millionen Hausbesitzer verschuldet. Platzende Hypotheken und Hauspfändungen sind ein Riesenproblem. Viele Pfändungen waren nicht einmal gerechtfertigt. Wer sein Haus noch besitzt, kann aufatmen. Ein 19 Mrd. Euro schweres Hilfspaket der fünf größten US-Banken soll jenen Hausbesitzern helfen, die Zahlungsprobleme haben. Ihnen werden günstige Zinsen angeboten. Ein Teil des Hilfspakets geht als Entschädigung an Familien, die ihr Haus aufgrund von Fehlern der Bank verloren haben. Das ist ein richtiger Schritt, aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Hausbesitzer mit Kreditschuld ist nicht gleich Hausbesitzer mit Kreditschuld, berichtet das Wall Street Journal. Experten haben herausgefunden, dass Schuldner mit hohen Hypotheken von Banken besser behandelt werden als Kreditnehmer, die für ihr Häuschen einen kleinen Kredit aufgenommen haben. Durchschnittlich 729 Tagen lassen sich die Banken Zeit, bis sie einen säumigen Schuldner mit Krediten von mehr als 745.000 Euro aus seiner Villa werfen. Bei Schuldnern mit Krediten unter 185.000 Euro waren es nur 611 Tage. Der Unterschied: sechs Monate.

ulla.gruenbacher@kurier.at