über 3D-Drucker
02/08/2015

Gedruckt

Die wöchentliche Kolumne von Ulla Grünbacher.

von Ulla Grünbacher

US-Forscher arbeiten an gedruckten Häuser für Krisengebiete. Eine Spritzdüse trägt Zement Schicht für Schicht auf, ein 3-D-Modell am Computer gibt das Design vor.

Mag. Ulla Grünbacher | über 3D-Drucker

Autos, Rasenmäher, Bohrmaschinen – laute Geräusche umgeben uns jeden Tag. Lärm wird als Störfaktor empfunden und der Stress, der dabei entsteht, kann krankmachen. Der Blutdruck steigt, es kommt zu Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen. So viel ist bekannt. Neu ist, dass Lärm auch dick machen kann. Wer in der Nähe eines Flughafens wohnt und ständig dem Fluglärm ausgesetzt ist, läuft einer neuen Studie zufolge Gefahr, Gewicht zuzulegen. Mit dem Anstieg des Lärmpegels um fünf Dezibel steigt der Taillenumfang um rund 1,5 Zentimeter, das ist das Ergebnis einer Untersuchung von Wissenschaftlern des schwedischen Karolinska-Instituts. Die Wissenschaftler führen das Ergebnis auf die verstärkte Ausschüttung von Stresshormonen zurück. Aber nicht nur Lärm von lauten Maschinen verursacht Stress. Auch die ständige Geräuschkulisse, das Klappern von Tasten, das Gespräch und die Telefonate der Kollegen im Großraumbüro wirken sich auf Dauer auf das vegetative Nervensystem aus. Je mehr Platz den Mitarbeitern im Büro eingeräumt wird, desto weniger Auswirkungen hat der Lärm.

Geht es nach der britischen Wochenzeitung The Economist, dann leiten 3-D-Drucker die dritte industrielle Revolution ein. Mittlerweile gibt es Forschungsprojekte, bei denen ganze Häuser, Möbel, Legosteine aber auch Organe und Knochen nachgebildet werden. In Amsterdam arbeitet das Architekturbüro Dus an einem vierstöckigen Grachtenhaus. Um so große Bauteile wie Wände, Fassadenteile und Treppen ausdrucken zu können, wurde aus einem alten Container ein überdimensionaler 3-D-Drucker gebaut. Für Bauten dieser Art werden die Drucker mit Kunststoffschnüren oder -kügelchen gefüttert. Doch auch viele andere Materialien eignen sich. Knochenimplantate wurden schon aus Ton und Keramik gefertigt, Organe aus Zellen. Aufgetragen wird jedes Material in dünnen Schichten, wie bei einer Heißklebepistole. US-Forscher arbeiten an gedruckten Häuser für Krisengebiete. Eine Spritzdüse trägt Zement Schicht für Schicht auf, ein 3-D-Modell am Computer gibt das Design vor. In 20 Stunden ist das Haus fertig. Ganze Dörfer sollen sich so in kurzer Zeit bauen lassen. Schöne neue Welt.

ulla.gruenbacher@kurier.at

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