Meinung | Kolumnen | Realitäten
21.12.2012

Eingeheizt

Neben der Kostenersparnis macht es auch Freude, das eigene Stück Holz in den Ofen zu stecken.

Mag. Ulla Grünbacher | über das Holzsammeln

Es klingt ein bisschen nach Märchen: Im Wald Holz zum Heizen aufzusammeln.

Doch die Tradition wird vor dem Hintergrund steigender Öl- und Gaspreisen wieder neu entdeckt. In 40 Prozent der österreichischen Haushalte gibt es eine Holzheizung in Form von einer Haupt- oder Zusatzheizung, Tendenz steigend.

In den Wäldern der österreichischen Bundesforste wird vor allem im Wienerwald, der reich an begehrten Buchen ist, Klaubholz gesammelt. Um sammeln zu dürfen, wird mit dem Waldbesitzer ein Vertrag für eine bestimmte Zeit abgeschlossen, die Kosten variieren je nach gesammelten Menge.

In Deutschland ist der Holzleseschein, wie es dort heißt, begehrter denn je. Ein Raummeter Eiche, Buche, Esche oder Ahorn kostet dort um die 40 Euro, Nadelholz ist billiger.

Selbst sammeln ist in der Regel günstiger als Holz im Handel zu kaufen, aber es ist auch viel Arbeit, das Holz zu verarbeiten, nach Haus zu transportieren und zu trocknen.

Neben der Kostenersparnis macht es auch Freude, das eigene Stück Holz in den Ofen zu stecken. Das wärmt doppelt so gut, besonders heimelig an klirrenden Weihnachtsabenden.

ulla.gruenbacher(at)kurier.at