über eine Novelle der Wiener Bauordnung
03/26/2016

Bauordnung neu

Die wöchentliche Kolumne von Ulla Grünbacher.

von Ulla Grünbacher

Um die Häuser schnell hochzuziehen, soll ohne Rücksicht auf Widmung und ohne Bauverhandlung agiert werden

Mag. Ulla Grünbacher | über eine Novelle der Wiener Bauordnung

Wien benötigt dringend mehr Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge. Darum hat die Stadtregierung eine Novellierung der Bauordnung erarbeitet, welche die Errichtung von temporären Häusern ermöglicht. Gleichzeitig wird damit die Zeit überbrückt, bis die Wohnbau-Offensive greift. Drei Typen von Bauten sind vorgesehen: Wohnungen für sechs Monate, für fünf und für 15 Jahre.

Damit diese schnell hochgezogen werden können, will die Stadt ohne Rücksicht auf Widmung und ohne Bauverhandlung agieren. Auch Anrainerbeschwerden werden die sofortige Umsetzung nicht verhindern. Werden Häuser für weniger als sechs Monate aufgestellt, wird gar keine Baubewilligung erforderlich sein.

Dass Menschen mit dringendem Wohnbedürfnis geholfen wird, ist zu begrüßen. Ob es hingegen gerecht ist, ausschließlich Projekte im Auftrag der öffentlichen Hand zu entbürokratisieren und damit zwei verschiedene "Bau-Klassen" ins Leben zu rufen, wird heiß diskutiert.

ulla.gruenbacher@kurier.at

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