Meinung | Kolumnen | Ohrwaschl
24.07.2017

Zähne

Zähne – man leidet, wenn man sie kriegt, wenn man sie hat und wenn man sie verliert

Andreas Schwarz | über Zahnschmerzen

Sie kennen das vielleicht: Man sitzt an einer Arbeit oder an einem Text, und im Kopf sitzt für den Moment nur eines – der Zahn und sein Schmerz.

Die Zähne des Menschen sind ja der ultimative Beweis für die Unvollkommenheit der Schöpfung. Wieso wächst der Zehennagel nach und der verbrauchte Zahn nicht? Warum hat der Haifisch Zahnreihen, die nachrücken, und der Mensch nicht? Am sechsten Tage schuf Gott den Menschen "als sein Abbild" – musste der auch Wurzelspitzenresektionen und peinliche Brücken über sich ergehen lassen? Wenn nicht: Wieso büßt er nicht bis ans Ende seiner Tage für den Murks, den er uns dental hinterlassen hat, sondern wir büßen? Und wenn Darwin recht hat: Der Säbelzahntiger, der Elefant, der Piranha – und wo ist unser Stolz?

"Zähne – man leidet, wenn man sie kriegt, wenn man sie hat und wenn man sie verliert", sagt ein jüdische Sprichwort. Der Maler Renoir wusste, dass "die besten Beefsteaks kommen, wenn man keine Zähne mehr hat". Stimmt: Ohne Zahn ist nicht gut. Aber mit? Au-weh.