über den Dschungel der Wörter
08/29/2014

Relativ absolut (II)

von Andreas Schwarz

Aber vielleicht ist ja auch die Erinnerung von Politikern relativ bis absolut dschungelig

Andreas Schwarz | über den Dschungel der Wörter

Zur Geschichte über den Dschungel der Wörter, in dem sich Politiker gerne verirren (der neue ÖVP-Chef sah "relativ" keinen Spielraum für eine Vermögenssteuer, und "relativ" sei "absolut zu verstehen"), machen uns Leser auf weitere Beispiele aufmerksam: Das "Es ist an mich herangetreten worden …" des Alois Stöger ist auch sehr hübsch – aber als neuer Verkehrsminister wird er schon wissen, wie "es" wo und wie an was herantritt. Ein Meister des undurchdringlichen Wortdschungels war immer schon Franz Vranitzky. Der Altkanzler philosophierte jetzt zum Thema neuer Finanzminister: Finanzpolitik sei nur ein Hilfsmittel auf dem Weg zu politischen Zielen, habe aus Ideologie heraus zu erfolgen – ein Nicht-Politiker in dieser Funktion sei daher unvorstellbar, ja ein "absoluter Unsinn".Vranitzky war von 1984 bis ’86 Finanzminister – und davor Nicht-Politiker, weil Bank-Boss. Ob er sich retrospektiv als absoluten oder nur relativen Unsinn versteht, wissen wir nicht. Aber vielleicht ist ja auch die Erinnerung von Politikern relativ bis absolut dschungelig.

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