über Mensch und Tier
12/23/2014

Nix Lebendes

von Andreas Schwarz

Fehlt nur noch, dass sich der Mensch unter den Christbaum legt

Andreas Schwarz | über Mensch und Tier

Weil morgen Heilig Abend ist und Sie noch in Versuchung kommen könnten: Keine Tiere bitte unter dem Christbaum! Also gebackener Karpfen schon, gebratene Gans auch, für Snobs ein paar Austern meinethalben – aber nix, das lebt (also gut, Austern leben auch noch, Mahlzeit!). Wir meinen, nix Plüschiges, weil ...

Wie, den Aufruf kennen Sie? Kommt alle Jahre wieder?

Ja, schon. Aber wir leben in Zeiten, in denen Haustiere und Menschen einander immer ähnlicher werden. Im US-Bundesstaat New York wurde gerade ein Gesetz erlassen, das Tattoos und Piercings für Haustiere (!) verbietet – ein Nabelpiercing fürs Frettchen kostet dann 205 Dollar Strafe, ein Arschgeweih für die rasierte Dogge auch (was ungerecht ist, proportional). Und in Europa wurde letzte Woche ein Adventkalender für Hunde vom Handel zurückgerufen, weil die Leckerlis in Knochenform (made in China) Metallsplitter enthalten könnten. Fehlt nur noch, dass sich der Mensch unter den Christbaum legt, als Geschenk fürs Tier. Darum vorsichtshalber der Aufruf: Nix Lebendes unter den Baum.

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