über Schockbilder und Bevormundung
10/19/2016

Gruselkabinett

von Andreas Schwarz

Andere wieder betreiben längst eine Art Panini-Handel mit den Packerln

Andreas Schwarz | über Schockbilder und Bevormundung

Freunde des erhobenen Zeigefingers werden frohlocken: Seit auf Zigarettenpackungen Schockbilder prangen, ist der Verkauf von Glimmstängeln in Deutschland um 11 Prozent zurückgegangen.

Nein, ist schon gut, wenn weniger geraucht wird. Aber was die Bilder betrifft: Wie kommt der Zeitungskäufer/ Trafikant dazu, sich wie in einer Prosektur zu fühlen? Andere wieder betreiben längst eine Art Panini-Handel mit den Packerln ("Ich hab’ die kaputte Lunge doppelt, gibst du mir ein Raucherbein?"). Vermutlich liegt der Verkaufsrückgang ohnehin daran, dass sich Raucher zuvor mit schockfreien Packerln eingedeckt haben – so wie Helmut Schmidt Stangen von Mentholzigaretten kaufte, als deren Ende angekündigt wurde (und leider nicht mehr dazu kam, sie aufzurauchen).

Wollte man alles, was im Leben gefährlich ist – Alk trinken, Schnitzel essen/vegan essen, Ski-/Auto fahren, leben! –, mit Schockbildern versehen, lebten wir in einem einzigen Gruselkabinett. In dem Eigenverantwortung keinen Platz hat, weil es mit Bevormundern überfüllt ist.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.