Frühling (2)

Im Wald ist er olfaktorisch gerade omnipräsent

Andreas Schwarz | über ihn

"Sie haben es schon wieder getan", schreibt Leser B., "anstatt ihn totzuschweigen, beteiligen Sie sich an der Diskussion." Dazu dreierlei:

1.) Er lässt sich sowieso nicht totschweigen. Im Wald ist er olfaktorisch gerade omnipräsent, und auf dem Teller schmeckt man ihn des Frühlings inflationär. Dafür schmeckt man sonst nix mehr, weil er jeden anderen Geschmack tötet. Demnächst gibt es ihn auch in Palatschinken, als Marmelade und als Eis, wetten?

2.) Es gibt darüber, siehe erstens, gar nix zu diskutieren – es ist so!

3.) Die plusternd-aufgeregte Debatte für oder gegen ihn ist ein wunderbarer Beweis dafür, dass das Hyperventilieren keine Erfindung des Social media-Zeitalters ist. Aufgeregte Ich-hab-recht-Fraktionen gab es schon, da hat man lang noch nicht bei Meister Google nachschauen können, zu welcher Pflanzengattung er eigentlich gehört (Allium).

Und jetzt ist es glatt gelungen, Herr B., ihn mit keinem Wort namentlich zu nennen. Den Bärlauch.

( kurier.at ) Erstellt am 14.03.2018