Die Bescherung

Andreas Schwarz

Andreas Schwarz

Oder aber, dass jemand den Scherm auf hat, wie man in Wien sagt

von Andreas Schwarz

über Schmutzkübel

Drei Mal werden wir noch wach – heissa, dann haben wir die Bescherung.

Jetzt meint Bescherung an sich ja etwas Schönes: Geschenke, Glitzer, Freude. Oder aber, wie oben formuliert, dass jemand den Scherm auf hat, wie man in Wien sagt – also den umgedrehten Nachttopf auf dem Kopf.

Wir meinen mit Bescherung natürlich nicht das Wahlergebnis, weder so noch so, sondern nur die Schmutzkübel: Die sind am Wahlabend alle leer, und dann ist’s wie beim Weihnachtspapier: wohin damit?

Man könnte sie putzen und fürs nächste Mal aufheben ("Igitt, nie wieder", sagen alle). Man könnte sie recyceln und Plastikgartenzwerge draus machen (passt zu den Kübelträgern). Man könnte sie zu einer mahnenden Skulptur stapeln und "Dirty Campaign" auf das Kunstwerk pinseln.

Übrigens: Im Englischen kennt man den Begriff so wenig wie "Handy", "Beamer" oder "Oldtimer". Dort heißt’s "smear campaign". Nur, falls jetzt schon jemand an die nächste Bescherung denken sollte.

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