├╝ber das Foto eines toten Fl├╝chtlingkindes

Das Foto

von Andreas Schwarz

09/04/2015, 06:00 AM

Das Recht auf ein gewaltfreies, kindergerechtes Leben, auf das Leben ├╝berhaupt, wurde Aylan verwehrt.

Andreas Schwarz | ├╝ber das Foto eines toten Fl├╝chtlingkindes

Ein Kind. Aus Syrien. Drei Jahre alt. Auf der ├ťberfahrt von der T├╝rkei ertrunken und in Griechenland an den Strand gesp├╝lt. Eine Fotografin. Ein Foto.

Das Bild des kleinen Aylan, den Kopf im Sand, ersch├╝ttert die Welt. Samt ihren Medien und sozialen Netzwerken. "Die fortgesp├╝lte Menschlichkeit", wurde es in Griechenland ├╝berschrieben, "Ein Foto, um die Welt zum Schweigen zu bringen" in Italien, "Der Untergang Europas" in Spanien. Selbst Bl├Ątter, die bisher ungeniert Ressentiments gegen Fl├╝chtlinge sch├╝rten, entdecken pl├Âtzlich ganzseitig die Menschlichkeit. So als h├Ątte es Bilder von toten Kindern, gestorbenen Eltern, uns├Ąglichem Leid im B├╝rgerkrieg und auf der Flucht nicht schon seit Wochen, Monaten, Jahren gegeben. Als h├Ątte das t├Ągliche Sehen und Wissen um all das nicht aufr├╝tteln k├Ânnen und m├╝ssen. Auch ohne dieses Bild.

Das Recht auf ein gewaltfreies, kindergerechtes Leben, auf das Leben ├╝berhaupt, wurde Aylan verwehrt. Das letzte Recht eines Menschen, als Toter nicht von der ganzen Welt begafft zu werden, auch.

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